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18.09.2012

15:33 Uhr

Kommentar

Gefährliche Zündelei

VonFinn Mayer-Kuckuk

China und Japan steuern im Streit um die unbewohnte Inselgruppe hartnäckig auf eine Konfrontation zu – weil sie glauben, den Konflikt klein halten zu können. Doch der Funke könnte alte Streitpunkte wieder neu entfachen.

Finn Mayer-Kuckuk. Handelsblatt-Korrespondent in Peking. Pablo Castagnola

Finn Mayer-Kuckuk. Handelsblatt-Korrespondent in Peking.

PekingDie Regierungen in Tokio und Peking betreiben derzeit die Eskalation eines Streits um unbewohnte Inseln. Während Japan wenig Feingefühl bewiesen hat, indem es die Senkaku-Inseln (chinesische Diaoyu) verstaatlichte, ermuntert China seine Bürger zu fremdenfeindlichen Protesten. Dieses Verhalten ist völlig unverantwortlich – denn in Nordostasien kann es durchaus zu einer unkontrollierten Ausweitung eines Konflikts kommen.

In den kommenden Tagen werden chinesische Fischerboote vor den Diaoyu-Inseln mit japanischen Küstenwachschiffen zusammentreffen und sich so verhalten, als seien sie in eigenen Gewässern unterwegs. Der Ausgang der Konfrontation auf hoher See ist ungewiss. Doch klar ist: Keine Seite erwartet oder wünscht einen echten Krieg.

Die USA haben bereits signalisiert, dass sie ihre Truppen für ein paar Felsen im Wassern nicht hinter Japan in eine Schlacht gegen China werfen. Die Zurückhaltung der Supermacht scheint beiden Seiten freie Hand zu geben, den Zusammenknall zu riskieren. Einige Marineboote vor den Inseln, einige Schüsse, und der jeweils andere zieht sich zurück, so scheinen die Regierungen sich das vorzustellen.

Doch obwohl Nordostasien im Wesentlichen stabil erscheint, gibt es zahlreiche Krisenherde und Spannungslinien. An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea stehen sich rund drei Millionen Soldaten gegenüber. Die Taiwanfrage ist ungeklärt, und es gibt Anzeichen, dass wieder mehr chinesische Militärs für eine gewaltsame Lösung plädieren. Niemand weiß, welcher Funke diese potenziellen Brandherde entzünden kann.

China gegen Japan: „Mao macht uns stark!“

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Die nationalistische Stimmung kocht hoch, China steuert auf eine handfeste Konfrontation mit Japan zu. Doch die Demonstranten in Peking sind überzeugt, das Richtige zu tun – und sie haben die Staatsmacht hinter sich.

Weder Japan noch China will einen Krieg. Um so skurriler erscheint das Spiel mit dem Feuer, das Peking sich mit der Entsendung seiner Schiffe leistet.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.09.2012, 18:24 Uhr

Keiner will einen Krieg?

In meinem Verständnis folgt die gesamte Handlungsägide der Chinesen seit vielen Jahren einem 'Wir werden Stärker'-Programm auf allen Ebenen - mit dem Ziel, sich als Weltmacht Nr. 1 zu etablieren.

Diese gewachsene Stärke bringt nun heute in 2012 einen unverhohlenen Machtanspruch mit sich. Die Chinesen werden in äußerster Konsequenz klarstellen, dass SIE die Weltmacht sind - unter Aufbietung SÄMTLICH NOTWENDIGER Machtdemonstrationen, die es braucht, um die Japaner zu überzeugen. China weiss, Japan wird kuschen - denn der Chinese wird nicht weichen.

Was heute ein paar Tümpelfelsen im Pazifik sind, ist nächstens Taiwan, ist übernächstens Teile Indiens und Russlands.

China will mittelfristig den Showdown - selbstverständlich bis zum äußersten Mittel - mit den größten der Welt, um den Nr. 1 - Rang ein für allemal klarzustellen.

Und diesen Wachstumspfad dahin genießen sie geradezu lustvoll...

TofuUnion

21.09.2012, 13:44 Uhr

Nun, seit der Niederlage von Japan-Sino Krieg 1895, wollten China immer Japan einmal schlagen. Für Chinesen, Japan ist die Nemesis denen China irgendwann im Krieg besiegen müssen.

Auf der anderen Seite, Japan will eigentlich keinen Krieg mehr gegen China, weil der Zweite Weltkrieg für Japan von Shanghai China (13. August 1937) statt Pearl Harbor (7. Dezember 1940) startet hat.

In Japan sieht es anders aus...

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