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02.04.2012

08:07 Uhr

Kommentar

Geld ist bei den Bundesliga-Rechten nicht alles

VonHans-Peter Siebenhaar

Bis heute dürfen TV-Sender, Internetfirmen und Kabelkonzerne für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga bieten. Es wird ein dramatischer, womöglich überlebenswichtiger Kampf für den Bezahlsender Sky.

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar berichtet seit langem über die Medienbranche. Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar berichtet seit langem über die Medienbranche.

Verrücktes Spiel: Statt um Filme und Serie reden sich die Manager auf Europas größter Fernsehmesse, Mipt-TV,  unter mediterraner Sonne die Köpfe über die Fußballrechte heiß.  Ab heute wird es ernst. Pünktlich 15.30 Uhr – zum traditionellen Anpfiff auf dem Spielfeld – endet heute die Frist für die Angebote um die Medienrechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14 ab.

Fünfzehn Medien-, Telekommunikations- und Kabelkonzerne hatten sie die Ausschreibungsunterlagen zusenden lassen. Der Bieterwettbewerb um die wertvollsten Fernseh- und Internetrechte Deutschlands läuft auf ein Duell zwischen Sky und der Deutschen Telekom hinaus. Zuletzt hatte der Ex-Monopolist mit dem sogenannten Whole-Sale-Modell geworben.

Demnach würde die Telekom sämtliche Fernseh-, Internet- und Handyrechte von der DFL erwerben und dann an Dritte weiter verkaufen. Hat dieses Modell  wirklich eine Chance? Zweifel sind angebracht. Denn mit diesem Modell ist bereits der inzwischen verstorbene Leo Kirch mit seinem Vertrauten Dieter Hahn vor Jahren gescheitert. Das Bundeskartellamt machte damals dem Milliardenspiel einen Strich durch die Rechnung.

 Der Telekom bläst medienpolitisch der Wind ins Gesicht. Kritiker werfen dem Dax-Schwergeicht eine zu große Staatsnähe vor. Der größte Aktionär ist und bleibt mit 32 Prozent der Aktien der Bund. Eine Reihe von Rechtswissenschaftlern, darunter der angesehene Mainzer Jurist Dieter Dörr, hatten Bedenken geäußert, dass ein Konzern wie Telekom die Bundesliga-Rechte erwirbt. Auch eine Reihe von Medienwächtern schlossen sich dieser Ansicht an. Das ist gefährlich für die Bonner. Zu spät hat die Telekom auf die Kampagne reagiert.

Wer hinter der massiven Kritik steht, ist klar: Sky. Wenn es um den Sieg geht, wird eben manchmal auch gefoult. Die Tochter des amerikanischen Medienkonzerns News Corp. möchte mit der Kampagne die Bundesliga-Klubs verunsichern. Denn die Vereine haben wenig Lust, die Medienrechte einem Konzern zu geben und damit vermutlich jahrelange Rechtsstreitigkeiten auszulösen. Die von Sky gestreute Saat scheint aufzugehen.

Kommentare (2)

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Klare_Kante

02.04.2012, 08:31 Uhr

"In der Fußballwelt genießt die Telekom ohnehin kein allzu großes Ansehen."

Naja, das Ansehen von Sky/Premiere/News Corp. dürfte die Telekom noch um das Unendliche übertreffen. Ich persönlich fände es gut, wenn der Abzocksender Sky von der Bildfläche verschwindet. Schön wäre es, wenn Herr Murdoch noch einen großen Teil seines Geldes dabei verlieren würde, damit auch solche Propagandasender wie Fox in der Versenkung verschwinden.

Teufel

02.04.2012, 13:54 Uhr

Ich glaube nicht, dass die Bundesliga den Verbraucher bei der Telekom weniger kosten würde. Die würden auch abzocken.Und noch mehr FC Bayern-TV sein als es Sky jetzt schon ist.
Bundesliga ist halt teuer. Und bei Arena hat man gesehen, dass viele selbst bei 15,-€ im Monat nicht interessiert sind...

Es sollte alles so bleiben wie bisher. Und bitte keine Club-Tickets oder so...

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