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19.01.2005

13:59 Uhr

Kommentare

Kommentar: Glashaus Bundestag

VonJulius Endert

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen. Und wer im Bundestag sitzt, sollte besser aufpassen was er sagt.

Es ist noch kein halbes Jahr her, da kritisierte Gerhard Schröder pauschal den Sozialmissbrauch: „In Ost wie West gibt es eine Mentalität bis weit in die Mittelschicht hinein, dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann, auch wenn es eigentlich ein ausreichendes Arbeitseinkommen in der Familie gibt“, sagte damals der Bundeskanzler in einem Interview.

Prompt erhielt er Unterstützung von allen Seiten. Aus der Union sprang ihm Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm bei und sprach gar von „Raffgiermentalität“.

Und heute? Plötzlich richtet sich der Generalverdacht gegen die, die damals unter der Glaskuppel des Bundestags die höhere Moral für sich in Anspruch nahmen. Die Parlamentarier hatten bei ihren vorschnellen und allgemeinen Vorwürfen nicht bedacht, dass die Bürger ihnen von oben auf die Köpfe schauen können. (Täglich gibt es lange Schlagen von Bürgern vor dem Bundestag, die diesen Draufblick genießen wollen).

Nun, wo wir wissen, dass die da drinnen genauso gut oder schlecht sind, wie die da draußen, wir es Zeit, dass die Sache endlich schnell und transparent durch ein Gesetz geregelt wird.

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