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13.11.2012

02:09 Uhr

Kommentar

Griechenlands Geldgeber driften auseinander

VonRuth Berschens

Die beiden wichtigsten Geldgeber streiten sich offen über die Frage, bis wann Griechenland seine Schulden auf ein “tragfähiges” Niveau senken muss. Das Rettungsteam steht vor einer Zerreißprobe.

Euro-Gruppe verschiebt Entscheidung

Video: Euro-Gruppe verschiebt Entscheidung

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BrüsselDer Internationale Währungsfonds und die Euro-Zone waren beim Management der Euro-Schuldenkrise bislang ein gutes Team. Es gab zwar schon den einen oder anderen Dissens zwischen dem Fonds in Washington und der Europäischen Währungsunion.

Doch bislang legte man Wert darauf, Meinungsverschiedenheiten vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Das änderte sich schlagartig in der Nacht zum Dienstag. Es war kurz vor Mitternacht als es zum Showdown kam zwischen Euro-Gruppenchef Jean Claude Juncker und IWF-Direktorin Christine Lagarde.

Bis wann muss Griechenland seine Staatsverschuldung auf ein tragfähiges Niveau - nämlich auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung - senken? Diese Frage haben Lagarde und Juncker widersprüchlich beantwortet - und das gleich mehrfach hintereinander. Laut Juncker müssen es die Griechen erst bis 2022 schaffen, laut Lagarde dagegen schon bis 2020. Als Juncker das Datum 2022 zum zweiten Mal nannte, verzog Lagarde das Gesicht zu einem ironischen Lächeln. “Es gibt Unterschiede zwischen uns”, gab sie nach Ende der Pressekonferenz zu Protokoll.

Griechenland-Rettung: Eurogruppe verschiebt Entscheidung

Griechenland-Rettung

Eurogruppe verschiebt Entscheidung

Neue Sitzung für nächste Woche geplant.

Der Vorfall zeigt, dass die Griechenland-Retter vor einer bislang nicht dagewesenen Zerreißprobe stehen. Beim IWF gelten strenge Regeln für die Kreditvergabe. Und eine der wichtigsten Regeln lautet: Der Fonds leistet nur Hilfe zur Selbsthilfe. Es muss absehbar sein, wann sich ein Land sich wieder eigenständig ohne IWF-Kredite an den Märkten finanzieren kann. Dieser Zeitpunkt ist für Griechenland in allzu weite Ferne gerückt.

Die Euro-Zone müsse dem Land einen Teil der Schulden erlassen, damit das Land bis 2020 wieder auf die Beine kommen kann, verlangt der IWF. Genau das könnte die Währungsunion jedoch in ihre bislang schwerste politische Existenzkrise stürzen. Ein Forderungsverzicht in Griechenland ist höchst unpopulär.

Die Regierungen haben es bislang versäumt, ihre Bevölkerung auf so einen Schritt vorzubereiten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schloss einen Schuldenschnitt auf Kosten des Bundeshaushalts sogar kategorisch aus. Kein einziger Euro-Staat hat bislang erkennen lassen, dass er zu einem Schuldenerlass für Griechenland bereit wäre.

Diese Haltung mag politisch nachvollziehbar sein. Ökonomisch vernünftig ist sie aber nicht. Der IWF hat recht: Griechenlands Schuldenlast ist zu schwer geworden. Die Euro-Zone muss einen Teil der Kredite an Hellas abschreiben.

Sonst wird das Land zum Mezzogiorno der Währungsunion und benötigt immer wieder neue Kredite, um die alten abzulösen, wobei der Schuldenberg immer höher wird. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Besser ein teures Ende mit Schrecken als ein teurer Schrecken ohne Ende. Der IWF hat das erkannt. Die Euro-Zone muss es offenbar noch lernen.

Kommentare (30)

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Brasil

13.11.2012, 02:46 Uhr

Da kann man nur hoffen, dass der IWF (zwar auch eine Verbrecherorganisation, aber offensichtlich konsequent) sich durchsetzt und somit die Politpopanzen endlich mal der Bevoelkerung reinen Wein einschenken muessen!
Leider aber wird auch das den deutschen Michel nicht von der Verherrlichung seiner Politdarsteller abhalten!
Moeglicherweise jedoch die anderen Voelker drum herum, denn bei denen stand das Wasser ausnahmslos schon bis zur Oberkante Unterlippe und mit dem Schuldenschnitt wird es noch etwas steigen!
Hoffe nur, dass das nicht auch nur wieder eine Rauchkerze des IWF ist.

NurDeutschMarkRettetJetzt

13.11.2012, 02:55 Uhr

Der Euro ist nicht die EU und die EU schon garnicht unser Europa und die Bankenrettung für die Plutokratie ist nicht die angepriesene Rettung, sondern die geplante Zuspitzung der Krise und gezielte Ausplünderung der Menschen Deutschlands und Europas, damit dann in der Krise der politische Marsch in eine autoritäre EUdSSR folgt! 


Allen ist mittlerweile klar: Der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.
Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:
1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.
2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!
3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.
4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!
5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.
6. Die Abwertungen, zB der Drachme und der Lira, führen gleichzeitig zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.
7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzt

GoldUndEndeMitTeuroESMundEUdSSR

13.11.2012, 02:57 Uhr

Draghi darf das Geld seines eigenes Landes ausgeben, aber das Geld anderer: Finger weg!

Frau Merkel und die SPD etc sowieso haben total versagt, als sie zuliessen, dass der EZB von Schuldenländern statt Geberländern kontrolliert wird:

Zusammenstellung der Mitglieder des EZB

Präsident Mario Draghi (ehemals Wetbank und Goldman Sucks, ITALIEN, bankrott)

Vize-Präsident Vitor Constâncio (PORTUGAL, bankrott)

EZB Mitglied Benoît Cœuré (FRANKREICH, bankrott)

EZB Mitglied Peter Praet (BELGIEN, bankrott)


EZB Mitglied Junior Jörg Asmussen (DEUTSCHLAND wegen Hilfe bankrott)

plus die Präsidenten/Gouverneure der EZB Zentralbanken (Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien,...)

Deutschland hat sich reinlegen lassen bei der Vergabe des Präsidentenposten: Draghi sei geldpolitisch disziplinierter als die Deutschen, so hiess es, als Weber abmontiert und weggelockt wurde. Nein, nicht der Ort (Frankfurt), sondern der Kopf der EZB (mehrheitlich Empfängerländer) entscheidet!

Wenn es jetzt nicht gelingt, Draghi et al an die Reissleine zu bekommen, dann zerstoert die EZB die Zukunft Europas.

Wenn der ESM nicht gestoppt wird, treiben die Goldman Sucks und Konsorten das Spiel noch dreister!

Helft, den Ewigen Schulden Mechanismus EWS zu stoppen und klickt auf

http://www.abgeordneten-check.de/email/unentschieden/69.html

http://www.stop-esm.org/home

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