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21.01.2005

12:31 Uhr

Das ist ein Schlag ins Kontor. Kurz vor zwölf verbreitete heute die Hypo-Vereinsbank (HVB) die Nachricht, dass sie ihre Immobilienbestände bereinigt. In die Bilanz für 2004 packt Dieter Rampl, der Chef der Hypo-Vereinsbank, eine Sonderwertberichtigung von sage und schreibe 2,5 Milliarden Euro. Das ist überraschend viel und wird das Ergebnis für das abgelaufene Jahr erneut tief in Minus drücken. Erneut wird die Dividende ausfallen.

Die Entscheidung ist bitter und wirft ein grelles Bild darauf, wie tief die Krise bei Deutschlands zweitgrößter Bank wirklich sein muss. Denn Rampl hat der Bank und seinen Aktionären bisher schon viel zugemutet. 2003 musste er praktisch alle ertragreichen Beteiligungen zu Geld machen, um über die Runden zu kommen. Anfang 2004 hat er dann eine milliardenschwere Kapitalerhöhung über die Bühne gebracht. Doch das hat alles nicht gereicht: Jetzt muss Rampl erneut die Bücher bereinigen. Die Folgen für den Abschluss 2004 sind verheerend.

Schon bei den letzten tiefen Schnitte hatte Rampl versprochen, die Bank können jetzt befreit durch starten. Doch daraus wurde nichts. Schlimmer: Die Münchener Großbank steht wieder am Anfang. Die wichtige Kernkapitalquote liegt mit etwa sechs Prozent jetzt wieder dort, wo sie beim Amtsantritt Rampls vor zwei Jahren war. Die Kapitaldecke ist also nach wie vor dünn. Schon prüfen die Ratingagenturen, ob die langfristige Einstufung nach unten korrigiert werden muss. Die Folgen für die HVB wären sehr negativ.

Die Aktionäre können jetzt nur hoffen, dass nun wirklich alles bereinigt ist. Und vielleicht interessieren sich nun, da möglicherweise alles besenrein ist, ja wirklich ein ausländischer Konzern für die Übernahme des Münchener Konzerns. Spekulationen dazu gab es zuletzt ja genügend. Das Motto lautet: Zurück auf Los.

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