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29.08.2012

10:50 Uhr

Kommentar

Ilse Aigner lässt die Verbraucher im Stich

VonWolfgang Reuter

Die Energiewende kommt die Verbraucher teuer zu stehen - sehr teuer. Unter anderem, weil die Ministerin für Verbraucherschutz sich nicht darum kümmert, was auch parteipolitische Gründe haben kann.

Wolfgang Reuter

Wolfgang Reuter leitet das Handelsblatt-Ressort Unternehmen und Märkte

Es lässt sich nicht mehr verheimlichen: Die Energiewende wird teuer, sehr teuer sogar. Die Strompreise steigen umso stärker, je mehr Wind- und vor allem Solaranlagen in Deutschland gebaut und angeschlossen werden. Bereits heute zahlen private Verbraucher für die existierenden Anlagen 3,5 Cent pro Kilowattstunde - und bald werden es vermutlich 5,3 Cent sein - und somit 20 Prozent der Stromkosten.

Tendenz steigend. Dabei sind die Zahlen des Bundesumweltministeriums auch ein wenig Augenwischerei - denn Gewerbebetriebe und Dienstleistungsunternehmen sowie die meisten Industriekonzerne zahlen diese Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ebenso. Allerdings legen sie die Kosten auf ihre Produkte um, was zu höheren Preisen führt - und die zahlt: der Verbraucher.

Die gut gemeinte Absicht, so schnell wie möglich auf Atomstrom und klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen zu verzichten, ist eben teuer. Das ist in Kauf zu nehmen - jedenfalls wenn die Entscheidung politisch so gewollt ist. So lautet die Argumentation der Befürworter dieser Politik. Das ist nicht verkehrt, aber auch nicht ganz richtig.

Natürlich muss nicht jede politische Richtungsentscheidung durch eine Volksabstimmung legitimiert sein - wobei sich die Energiewende mit all ihren Konsequenzen für ein Plebiszit schon geeignet hätte. Akzeptabel aber ist auch ein Abstimmungsverfahren, bei dem alle Interessengruppen über ihre Fürsprecher innerhalb der Regierung und des Parlaments vertreten sind.

Nur: Genau das hat es in dieser Frage nicht gegeben. Den (Strom-)Verbrauchern fehlt die vorderste Kämpferin auf der politischen Bühne, die Schutzpatronin. Ihre Ministerin, Ilse Aigner, wollte - und will - diese Rolle nicht einnehmen.

Dabei warnen die Verbraucherverbände seit fünf Jahren vor einer Kostenexplosion, verursacht durch das EEG. Aigner aber hat sich erstmals im Februar 2011 kritisch zu der Entwicklung geäußert. "Wir müssen vermeiden, dass die Preisspirale durch die Förderung im EEG weiter angetrieben wird", sagte sie damals.

Diese Einlassungen erfolgten reichlich spät - und reichlich folgenlos. Dass Aigner die enormen Strompreissteigerungen, die mit dem Zubau erneuerbarer Energien verbunden sind, so lange ignoriert hat, kann gleich mehrere parteipolitische Gründe haben.

Kommentare (5)

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laika0231

29.08.2012, 11:40 Uhr

Ein wahrlich schlecht recherchierter Artikel.
Der Autor sollte wissen, dass die Strompreise für private Verbraucher schon seit 10 Jahren steigen und das EEG nicht der Preistreiber ist. Aber das passt wohl nicht in sein Weltbild.

General-Investigation

29.08.2012, 12:07 Uhr

" Dabei sind die Zahlen des Bundesumweltministeriums auch ein wenig Augenwischerei - denn Gewerbebetriebe und Dienstleistungsunternehmen sowie die meisten Industriekonzerne zahlen diese Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ebenso. Allerdings legen sie die Kosten auf ihre Produkte um, was zu höheren Preisen führt - und die zahlt: der Verbraucher."

Das ist freundlich ausgedrückt, Schwachsinn, denn die großen Unternehmen bekommen ihren Strom deutlich billiger zum fast Null-Tarif. Selbst kliere Mittelständische Unternehmen bekommen plötzlich mal eben 20.000 € und mehr erstattet. Diese Differenz zahlt der ganz normale Stromkunde!

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen: Ein völlig Recherchefreier Artikel, den man sich hätte sparen können.

Erz815

29.08.2012, 12:15 Uhr

"Grünstrom" "Okostrom" usw
Jeder, der einen Strom so bezeichnet, sollte 4cent extra & zusaätzlich in die EEG-Umlage Zahlen. Oder sich verpflichten, bei Soneen- und Windmangel sofort alles abzuschalten

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