Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.04.2012

11:49 Uhr

Kommentar

Internationale der einfachen Lösungen

VonThomas Hanke

Der Zwang zu Einsparungen führt dazu, dass nationalistische Parteien immer mehr Zuspruch bekommen. Ein Hauch der 20er-Jahre zieht durch Europa. Ein Grund: Die seriöse Politik findet keine Antworten auf simple Fragen.

Der rechtspopulistische Geert Wilders aus den Niederlanden: Trotz seiner ausländerfeindlichen Äußerungen spielte er beim Machtpoker in Amsterdam mit und stützte die Regierung. dpa

Der rechtspopulistische Geert Wilders aus den Niederlanden: Trotz seiner ausländerfeindlichen Äußerungen spielte er beim Machtpoker in Amsterdam mit und stützte die Regierung.

PariDie extremen Parteien in Europa rüsten auf. Es ist kein Zufall, dass gleichzeitig die holländische Regierung stürzt und die extreme Rechte in Frankreich bei den Präsidentschaftswahlen so stark wird wie noch nie: In den Niederlanden macht sich der Rechtspopulist Wilders aus dem Staub, weil er nicht den Kopf für eine zunehmend unpopuläre Sparpolitik hinhalten will. Den Griechen die Hammelbeine langzuziehen war gut. Aber den eigenen Wählern Einschränkungen zumuten? Da nimmt er lieber den Notausgang.

Die französische Front National würde sich gar nicht erst wie Wilders in die Regierungsverantwortung einbinden lassen. Sie ist mit dem Versprechen zur drittstärksten Partei geworden, dass sie eine „nationale Sammlungsbewegung“ an die Stelle des „korrupten Systems der Eliten“ setzen werde. Nimmt man die extreme Linke noch hinzu, die sich teilweise ähnlicher Argumente bedient wie die Front National, hat am vergangenen Sonntag ein Drittel der Franzosen der europäischen Nachkriegsordnung ein Misstrauensvotum erteilt.

Der Autor ist Korrespondent des Handelsblatt in Paris. Pablo Castagnola

Der Autor ist Korrespondent des Handelsblatt in Paris.

Die Rechtspopulisten in der EU einen mehrere Ziele. Ob „Wahre Finnen“, Partei der Freiheit in den Niederlanden, Lega Nord in Italien oder Front National in Frankreich: sie wollen die Auflagen der EU nicht länger hinnehmen, verlangen die Rückkehr zu nationaler Entscheidungsvollmacht und mehr oder weniger offen den Rückzug ihrer Länder aus dem vereinten Europa.

Die zur staatlichen Schuldenkrise ausgeartete Finanzkrise hat den Extremen kräftigen Auftrieb verschafft. Die Argumente fallen ihnen nur so in den Schoß: Warum sollen wir für die Spekulation des „internationalen Finanzkapitals“ aufkommen? Europa schützt die Banken und führt die Steuerzahler zur Schlachtbank, weshalb soll man diesen überbezahlten Funktionären gehorchen? Die Griechen haben Milliarden verjubelt, warum sollen wir jetzt noch mehr für sie zahlen? Europa steht sperrangelweit offen für Flüchtlinge und für Güter aus Ländern, die sich nicht an unsere Regeln halten – wann schützen wir unsere Grenzen?

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sterbende_demokratie

24.04.2012, 12:31 Uhr

"Die seriöse Politik findet keine Antworten auf simple Fragen"

Das der Autor noch "seriöse" Politiker erkennt will zeugt von seinem linksverklärten Weltbild. Wer sollte das sein?

Nur diese linken Ideologien und Ansichten haben die gesunde Mitte aus den europäischen Parteien vertrieben.

Nun gibt der Wähler dieser massiv ausgeprägten, linksfaschistischen Ideologie endlich über die Wahl von rechten Parteien die Quittung.

Und das ist auch gut so, selbst dann wenn man von „Rechts“ genauso angeekelt ist wie von „Links“.

Hauptsache es gibt kein "Weiter so" mit dieser undemokratischen EU!

Nun gibt der Wähler dieser linksfaschistischen Ideologie eben über rechte Parteien die Quittung.

Und das ist gut so, selbst wenn man von Rechts genauso angeekelt ist wie von Links.

Hauptsache es gibt kein "Weiter so" mit dieser undemokratischen EU!


hamp

24.04.2012, 12:38 Uhr

'Wilders aus dem Staub, weil er nicht den Kopf für eine zunehmend unpopuläre Sparpolitik hinhalten will'

was ist DAS für ein verlogenen satz...?!?!?..es wird immer absurder hier...

R.Rath

24.04.2012, 13:44 Uhr

Hören wir doch einmal auf das, was Olaf Henkel zu sagen hat. Herr Henkel ist kein Populist und weder gegen Europa noch gegen den Euro. Er will den Nord-Euro solange das noch geht, und nur als zweite Option die Rückkehr zu den nationalen Währungen, wie das zu Zeiten der EWG war.
Derart schwere Kriesen, wie wir sie heute bemerken und kommentieren müssen, gab es eben zu EWG Zeiten nicht.
Der Euro wurde mit heißer Nadel gestrickt, wie wir heute erkennen müssen.
Mit Nationalismus hat eine berechtigte Kritik an diesem Fehlkonstukt herzlich wenig zu tun. Ein Festhalten am Euro, so paradox das auch sein kann, vermag den Natationalismus in Europa allerdings eher zu verstärken als das Gegenteil zu bewirken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×