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11.05.2012

10:09 Uhr

Kommentar

Jamie Dimon – der entzauberte Meisterbanker

VonRobert Landgraf

Jamie Dimon und seine Bank JP Morgan Chase galten bislang als unschlagbares Duo. Bislang. Was jetzt passiert ist, kann man nicht bedeutend genug einschätzen.

Robert Landgraf ist Chef-Korrespondent des Handelsblattes. Pablo Castagnola

Robert Landgraf ist Chef-Korrespondent des Handelsblattes.

Keine Bank kam so gut durch die Krise wie JP Morgan. Kein Institut schöpfte in schwierigen Zeiten so viel Kraft und taktierte so geschickt wie Dimon und seine JP. So lehnte Dimon es ab, die marode Investmentbank Merrill Lynch 2008 trotz des Druckes durch die US-Regierung zu kaufen.

Aber all das ist seit gestern Vergangenheit. JP Morgan hat sich kräftig verspekuliert und seit Anfang April zwei Milliarden Dollar bei riskanten Finanzwetten verloren. Dimon selbst räumte „ungeheuerliche Fehlern“ ein, sprach von „Schlampereien“ und falschen Entscheidungen.

Zugegeben, der Verlust bringt die größte Bank der USA nicht um, treibt sie nicht in den Ruin. Allein im ersten Quartal hat die Bank einen Gewinn von über fünf Milliarden Dollar erzielt. Angst jagt der Verlust aber Politikern, Bankern und natürlich auch den Anlegern, den Bürgern deswegen ein, da es zeigt: Selbst die beste Bank der Welt beherrscht ihre Risiken nicht.

Dabei setzen gerade die Top-Adressen auf die besten Namen bei den Positionen in ihren Risikoabteilungen und können sich auch Millionengehälter leisten, um wirklich die vermeintlich Besten der Branche zu bekommen. All das hat nichts geholfen.

Wenn das alles aber selbst bei der Top-Adresse der Finanzbranche nicht klappt, nicht ausreicht, dann bedarf es weitreichender Konsequenzen.

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