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06.01.2009

17:27 Uhr

Kommentar

Keine Entwarnung für Autokonzerne

VonMark C. Schneider

Wenige Tage vor dem Start ihrer ersten Branchenmesse im Krisenjahr 2009 in Detroit suchen die vom freien Fall der Märkte geschockten Autokonzerne verzweifelt nach Signalen der Hoffnung. Ausgerechnet in der gebeutelten Heimat der nur durch Staatsmilliarden am Leben erhaltenen US-Hersteller soll die Wende gelingen.

Wenige Tage vor dem Start ihrer ersten Branchenmesse im Krisenjahr 2009 in Detroit suchen die vom freien Fall der Märkte geschockten Autokonzerne verzweifelt nach Signalen der Hoffnung. Ausgerechnet in der gebeutelten Heimat der nur durch Staatsmilliarden am Leben erhaltenen US-Hersteller soll die Wende gelingen. Doch ein Phönix wird sobald nicht aus der Asche der weltweiten Absatzkrise aufsteigen. Im Gegenteil: Das Schlimmste dürfte den Automanagern noch bevorstehen.

Während sich scheinbar der Rückgang zum Jahreswechsel im deutschen Markt verlangsamt hat – bereinigt um die zusätzliche Zahl der Werktage im Vergleich zum Vorjahr trifft das aber nicht zu –, bricht der Export dramatisch ein. Die deutschen Hersteller von BMW bis VW haben im Dezember 22 Prozent weniger ins Ausland geliefert als 2007. Die Bestellungen sanken gar um 32 Prozent. Selbst Brasilien, bislang Garant für dynamisches Wachstum, meldet einen Rückgang. Der Export von Audi A4, 3er BMW, Mercedes C-Klasse und VW Passat bildet aber das Rückgrat der deutschen Autoproduzenten.

Wenn mit den Amerikanern, Brasilianern, Chinesen, Russen und Japanern die treuesten Kunden der Deutschen zugleich am Autokauf knapsen, verbietet sich der Glaube an schnelle Besserung. Den Autoherstellern wird nichts anderes übrig bleiben, als sich auf länger anhaltende Schreckensszenarien einzustellen.

Schnelle Lösungen gibt es nicht. Das zeigt die deutliche Entspannung der Spritpreise an den Tankstellen. Wider Erwarten verlocken sie kaum jemanden dazu, ein neues Auto zu kaufen. Weder die Entlastung bei der Kfz-Steuer für Neuwagen noch die diskutierten Abwrackprämien für alte Autos werden den Konsumenten das nötige Vertrauen für einen Kauf einflößen. Grund zur Entwarnung gibt es wahrlich nicht.

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