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28.08.2012

21:21 Uhr

Kommentar

Kulturrevolutionäre dringend gesucht

VonMichael Maisch

Der ehemalige Notenbanker David Walker soll den Bankriesen Barclays auf Kurs bringen. Händler des Instituts haben den Leitzins Libor manipuliert. Walker soll mit einer aggressiven Firmenkultur aufräumen.

David Walker soll Barclays wieder auf den richtigen Weg führen. dpa

David Walker soll Barclays wieder auf den richtigen Weg führen.

Warum tut sich David Walker das an? 72 Jahre ist der Mann alt; und in einem Alter, in dem andere gut situierte britische Senioren nur noch über die nächste Golfrunde oder den nächsten Segeltörn in wärmeren Gefilden nachdenken, übernimmt er einen der schwierigsten und undankbarsten Jobs in der britischen Bankenszene.

Der ehemalige Finanzpolitiker und Notenbanker soll als Chairman den gestrauchelten britischen Bankriesen Barclays wieder auf den rechten Weg führen. Jenes Geldhaus also, dessen Händler über Jahre hinweg systematisch den globalen Referenzzins Libor manipuliert haben und dessen aggressive Firmenkultur den britischen Aufsehern schon seit langem Kopfzerbrechen bereitet.

Michael Maisch ist Korrespondent in London. Pablo Castagnola

Michael Maisch ist Korrespondent in London.

Bereits im Frühjahr, lange bevor der Libor-Skandal in seiner ganzen Scheußlichkeit ans Licht kam, hatte der Chef der britischen Finanzaufsicht FSA, Adair Turner, in einem Brief an das Board der Bank schwere Bedenken angemeldet. "Barclays hat die Tendenz, Interpretationsspielräume in der Regulierung stets zum eigenen Vorteil auszunutzen." Dieser Ansatz sei "am aggressiven Ende der Regelauslegung", heißt es in dem Schreiben, dessen ebenso ungewöhnliche wie unverblümte Offenheit ein Indikator für den Grad der Frustration der Aufseher ist.

Vielleicht hat Walker, ein ausgewiesener Experte für Corporate Governance, den Job ja übernommen, weil er denkt, dass er tatsächlich für eine Kulturrevolution sorgen kann. Schließlich hatte ihn der damalige Labour-Premier Gordon Brown 2009 beauftragt, die Führungsprinzipien der Banken in der Londoner City genau unter die Lupe zu nehmen.

Aber wie lässt sich ein so amorphes Konzept wie die Unternehmenskultur wirksam reformieren? Wie lässt sich die "zynische Gier", die sich nach Meinung von Chefaufseher Turner in weiten Teilen der Londoner City breitgemacht hat, möglichst zügig wieder vertreiben?

Kommentare (4)

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Egon

28.08.2012, 22:08 Uhr

Wooo! Herzlichen Glückwunsch Herr Maisch. Sie haben mal wieder keine Ahnung worüber sie schreiben. Na klar, die Banken sind mal wieder alle böse. Besonders Barclays.
Hmm, ich frage mich warum Barclays seit dem Aufflammen der Libor Affäre keine Kundschaft verloren hat?

Weil die Bank ihre Kunden immer sorgfältig abzieht? Macht Sinn. Vielleicht bietet das Handelsblatt Ihnen irgendwann mal Logikkurse an.

adagio

29.08.2012, 02:19 Uhr

Weil die Menschen BEQUEM sind! Guten Morgen, Monsieur!

muunoy

29.08.2012, 03:06 Uhr

Wenn ich mir ansehe, was diese obskure Bank alles für Betrugsprodukte an den Mann gebracht hat und in welchen Skandalen, die noch nicht mal großartig in der Presse behandelt wurden, sie verwickelt ist (K1, Swiss Life Abzocke über Liechtenstein, ...), so kann man diese Bank eigentlich nur als kriminelle Organisation bezeichnen.

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