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09.07.2012

14:13 Uhr

Kommentar

ManU ist kein starkes Investment für Anleger

VonKatharina Slodczyk

Der US-Investor Malcolm Glazer hat den Verein Manchester United gekauft und ihn hoch verschuldet. Nun will Glazer ManU an die Börse bringen, aber sein Umsatzplus liegt nur bei sechs Prozent..

Katharina Slodczyk

Katharina Slodczyk arbeitet seit 2009 im Londoner Büro des Handelsblatts.

Die Anhänger von Manchester United (ManU) haben nie ein gutes Wort über den Eigentümer ihres Vereins verloren, den US-Investor Malcolm Glazer. 2005 hat er ManU gekauft und aus dem weltweit reichsten Fußballclub den mit den höchsten Schulden gemacht.

Vergangene Woche gab es zum ersten Mal verhaltenes Lob für Glazer: Die neue Finanzstrategie sei positiv, schrieb ein ManU-Fan in seinem Blog. Anlass für den Kommentar: Glazer will ManU an die Börse bringen und mit den Einnahmen die Schulden senken.

Zuletzt lagen die Verbindlichkeiten bei 425 Millionen Pfund. Etwa 500 Millionen Pfund hat der Verein seit der Übernahme durch Glazer bereits für Zinsen und Tilgung ausgegeben, allein 71 Millionen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres.

Unter diesen Bedingungen ist es für Trainer Alex Ferguson schwierig, mit Konkurrenten mitzuhalten, die keine Budgetbeschränkungen haben. Das hat bereits die letzte Saison deutlich gemacht, in der ManU in der Premier League den eigentlich als unwürdig empfundenen zweiten Platz belegte und in der Champions League bereits in der Gruppenphase ausschied. Die Einnahmen aus dem Börsengang kann der Verein daher gut gebrauchen, um Schulden abzubauen, die Zinslast zu verringern und mehr Spielraum für Investitionen in die Mannschaft zu bekommen.

Für den Anleger sieht die Sache nicht ganz so lohnenswert aus. Wichtige Kennzahlen wie Aktienpreis und Vereinsbewertung stehen zwar noch nicht fest. Aber rein operativ hat sich die Lage zuletzt verschlechtert. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr zwar um knapp zwölf Prozent gestiegen, danach sind sie aber gesunken. Für die ersten neun Monate des Jahres liegt das Umsatzplus nur bei sechs Prozent. Ähnlich verlief die Entwicklung beim operativen Gewinn.

ManU gehört ohne Zweifel weiterhin zu den stärksten Marken im Fußball. Ein starkes Investment für Anleger ist der Verein aber nicht - zumal Glazer dank einer Zweiklassenstruktur der Aktien weiter die volle Kontrolle behalten wird.

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