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16.05.2012

17:29 Uhr

Kommentar

Merkels Mann

VonOliver Stock

Die Bundeskanzlerin konnte nicht länger zusehen, wie ihr energieloser Minister Norbert Röttgen die Energiewende verschläft. Mit dem Erfolg seines Nachfolgers Peter Altmaier ist auch das Schicksal Merkels verbunden.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online. Pablo Castagnola

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Die Kanzlerin hat nicht viele Projekte, die das Zeug zu ganz großen Aufregern haben. Die Bewältigung der Schuldenkrise gehört dazu. Die Energiewende ohne Zweifel auch. Sie erfordert die volle Kraft, weil die Deutschen darauf eingestimmt, die Partei umgestimmt und die Energieversorger überstimmt werden müssen. Wenn bei diesem Projekt nur einer von denen, die es umsetzen sollen, eine Luftbuchung ist, bleibt das ganze Vorhaben auf der Strecke. Norbert Röttgen, der glücklose CDU-Spitzenkandidat aus Nordrhein-Westfalen, ist zu einer solchen Nullnummer geworden. Deswegen hat ihn die Kanzlerin aus der Regierung geschmissen.

Sie hat ihn entlassen, ohne sich auch nur einen Funken Mühe zu geben, es nicht wie einen Rausschmiss aussehen zu lassen. Sie zeigt damit ihren Ärger über einen Mann, der nicht nur ihrer Partei durch seinen unentschlossenen Wahlkampf geschadet hat, sondern auch eines ihrer wichtigsten Themen nicht energisch genug vorangetrieben hat.

Das soll jetzt Peter Altmaier richten. Der Saarländer ist ein treuer Vasalle der Kanzlerin. Er ist einer, der zumindest nach außen so lange auf Linie bleibt, bis die Marschrichtung wirklich nicht mehr zu halten ist. Das war so beim Drama um Wulff, wo er dem Bundespräsidenten die Stange hielt, als andere schon längst umgeschwenkt waren. Und es war auch so bei Röttgen, wo er sich bis zuletzt  nicht unter dessen Kritiker mischen wollte. Nun steht er selbst in der vordersten Reihe. Wenn er sich bewährt, wird er Merkels wichtigster Mann. Versagt er, reißt er auch die Kanzlerin in die Tiefe.

Kommentare (19)

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Robert

16.05.2012, 17:50 Uhr

Nicht nur Röttgen ist ein Problem, das ganze Kabinett an der
Spitze Merkel. Diese Frau scheint die letzte Rache von
Honecker zu sein.

Tabu

16.05.2012, 18:53 Uhr

Irrtum..diese Frau ersetzt mindestens fünf unfähige
gegeelte und geschniegelt langweilige Minister..
Das trifft bis jetzt auf Guttenberg,Wullf und Röttgen zu.
Sie könnte auch jederzeit der SPD Troika
die Stirn bieten.Zum Glück,tangiert sie deren
Gesülze nicht.Kein Wunder wenn sie bei all den männlichen Fehlzündungen,mal harsch reagiert.
Politik,gerade jetzt,ist ein knallhartes Geschäft,wo man sich nicht wie Köhler,auch einer aus der CDU wie ne beleidigte Leberwurst kirre machen lassen darf.
Mir gefällt ihre Nüchternheit und der Überblick.
Die Kindergruppe für zu betreuende narzißtische Selbstdarsteller,war ihr nur ein Klotz am Bein.

Salavati

16.05.2012, 20:16 Uhr

Das ist nur eine Flucht nach vorne und gleichzeitig ein Rivale weniger. Existiert überhaupt noch einen Häuptling in der CDU übrig als Nachfolge für Merkel?
Salavati

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