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17.06.2013

13:30 Uhr

Kommentar

Mit einer Frauenquote wird die Wirtschaft besser

VonDana Heide

Dass die meisten Männer und Frauen in den Vorstandsetagen gegen eine Frauenquote sind, ist nicht verwunderlich. Dabei könnte sie dazu führen, dass die Führung von Unternehmen insgesamt besser wird.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.

Wer je in einer der obersten Etagen des Commerzbank-Towers in Frankfurt war, der wird als erstes wahrscheinlich von der Toilette erzählen. Vom Pissoir aus hat man durch bodentiefe Glasscheiben einen spektakulären Blick über das einem zu Füßen liegende Frankfurt – ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Die Damentoilette hingegen ähnelt eher einem fensterlosen Bahnhofsklo als einem Ort der Stille für gestresste und hoch bezahlte Manager. Aber warum sollte es auch ein ebenso schönes Klo für Damen geben? Die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand anders als die Sekretärin oder Reinigungskraft nutzt, ist gering. Denn beruflich nach oben kommen wenig Frauen.

An der Qualifikation im Allgemeinen kann es nicht liegen, dass so wenig Frauen in Führungspositionen der deutschen Unternehmen sind: Mehr als 60 Prozent der Europäer mit einem Universitätsabschluss sind laut einer EU-Statistik weiblich. Vielleicht liegt es an der Durchsetzungskraft, vielleicht am Willen, vielleicht an den Kindern, vielleicht an den Altherren-Cliquen, die lieber unter sich bleiben wollen, wer weiß.

Ich kann Männer in Top-Positionen verstehen, die sich gegen eine gesetzliche Quote stellen. Ich kann auch die Frauen in Top-Positionen verstehen, wie die ehemalige Eon-Personalchefin Regine Stachelhaus, die sich gegen die Quote stellen – denn sie haben es bereits nach ganz oben geschafft.

Aber ich kann nicht all jene jungen Frauen verstehen, die ihre Karriere noch vor sich haben und gegen die Quote sind, wie die ehemalige Piraten-Geschäftsführerin Martina Weisband. Natürlich wollen auch Frauen eine Stelle wegen ihrer Qualifikation bekommen. Aber in erster Linie wollen sie sie doch überhaupt erst bekommen – weil sie sich der Aufgabe gewachsen fühlen. Und wenn man von anderen hinter vorgehaltener Hand als „Quotenfrau“ herabgesetzt wird – bitte schön. Menschen finden immer einen Grund, warum der oder die den Chefposten nicht verdient hat. Oder finden Sie etwa nicht, dass Sie den Job Ihres Vorgesetzten viel besser könnten als er?

Wir sollten die Quote einfach wagen und schauen, was passiert. Das Argument der Quotengegner ist immer: Wenn eine Frau gut ist, schafft sie es auch ohne Quote. Das Argument funktioniert jedoch auch anders herum: Wenn ein Mann gut ist, schafft er es auch trotz Quote. Am Ende wird die Wirtschaft insgesamt besser. Und das ist es doch, was wir alle wollen. 

 

Kommentare (30)

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scharfschuetze

17.06.2013, 13:46 Uhr

Wie immer, ist eine Zwangsmaßnahme totaler Blödsinn.
Die meisten Frauen WOLLEN gar keine Führungsaufgabe!
Wie die meisten Männer auch. Daß Frauen nicht in entsprechender Zahl in Führungsgremien vertreten sind, ist nicht die Schuld der Gremien.
Der politische Zweck ist lediglich eine zusätzliche Abgabe für Unternehmen, die die Quote nicht erreichen werden.
Auch wenn sie gar nicht genug Bewerberinnen für die entsprechenden Posten bekommen.

azaziel

17.06.2013, 14:19 Uhr

Ich finde in diesem Artikel kein einziges Argument. Dass man es vielleicht einfach mal “wagen” sollte, kann ich als Argument nicht durchgehen lassen. Der Titel “Mit einer Frauenquote wird die Wirtschaft besser” haette erwarten lassen, dass hier ein Wirkungszusammenhang aufgezeigt wird, warum denn mit der Frauenquote die Wirtschaft besser wird.
(...)
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Politikverdruss

17.06.2013, 14:35 Uhr

Gewagte These, dass die Wirtschaft durch diese staatliche Zwangsquote besser wird.
Diese (These) kann natürlich nur von einem Mitglied der Quotengruppe kommen.
Auf den tumben Spruch mit der Umkehr der Kausalität (wenn ein Mann gut ist, schafft er's auch trotz...) muss man wohl erst garnicht eingehen.
Redakteurinnen, die sich zu solch geistigem Dünnpfiff hinreisen lassen sollten ihre
kognitiven und sozialen Fähigkeiten, so denn vorhanden, besser dazu einsetzen,
die Voraussetzungen in unserem Zusammenleben zu schaffen,
dass es beide Geschlechter gleichermassen nach Befähigung schaffen können.
Da gibt es viel zu tun, aber das Ziel ist ehrenwert.
Und dann gehts ganz sicher ohne staatliche Zwangsquote.
Davon haben wir nämlich auf allen Ebenen schon weit mehr als genug.




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