Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2013

11:47 Uhr

Kommentar

Nicht die Sinne vernebeln lassen

VonOliver Stock

In einem Wahljahr wird viel versprochen. Doch das darf den Tarifpartnern nicht den Blick verschleiern: Wo Gewinne sprudeln, müssen auch Löhne steigen. Aber die Forderungen dürfen nicht Deutschlands Stellung gefährden.

Nicht die Sinne vernebeln lassen

Video: Nicht die Sinne vernebeln lassen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfWahljahre sind gute Jahre für uns, oder? Niemals wird so viel versprochen wie in diesen Monaten. Niemals sitzt die Geldbörse bei Politikern so locker wie jetzt. Falls Sie vorhaben pleite zu gehen, wäre jetzt der günstigste Zeitpunkt: Sie werden garantiert gerettet.

Dass uns fette Monate bevorstehen, wissen auch die Tarifpartner und rüsten sich zur Schlacht: Mehr als sechs Prozent sollten drin sein, lautet die Forderung, die durch die Bank weg von den Arbeitnehmervertretern erhoben wird. „Wir müssen dazu beitragen, dass die Konjunkturlokomotive Deutschland weiter unter Dampf steht“, sagt die IG-Metall und bemüht das alte Bild von höheren Löhnen, die die Nachfrage ankurbeln sollen. Die IG-Bau hat schon mal mit ihrer Forderung nach 6,6 Prozent mehr Lohn eine Duftmarke gesetzt. Richtig interessant wird es im öffentlichen Dienst: Hier wird jeder Prozentpunkt mehr Lohn vom Steuerzahler aufgebracht. Und eine Sechs-Prozent-Forderung hat das Zeug dazu, alle Sparanstrengungen im Haushalt zunichte zu machen.

Oliver Stock

Oliver Stock, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts

Deswegen ist entscheidend, dass uns die Dynamik eines Wahljahres nicht die Sinne vernebelt. Richtig ist: Die Lohnzurückhaltung, die Gewerkschaften im Namen der Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren geübt haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Wo Gewinne sprudeln, müssen auch Löhne steigen und deswegen ist es an der Zeit, dass die Arbeitnehmer stärker als bisher von fetten Jahren profitieren. Richtig ist aber auch, dass Deutschland genau dank der Lohnzurückhaltung besser dasteht als so viele in Europa. Es liegt in der Verantwortung der Tarifparteien, diesen Vorteil nicht zu verspielen.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Fangen_Sie_erst_mal_an

30.01.2013, 12:10 Uhr

„Wo Gewinne sprudeln, müssen auch Löhne steigen und deswegen ist es an der Zeit, dass die Arbeitnehmer stärker als bisher von fetten Jahren profitieren. Richtig ist aber auch, dass Deutschland genau dank der Lohnzurückhaltung besser dasteht als so viele in Europa. Es liegt in der Verantwortung der Tarifparteien, diesen Vorteil nicht zu verspielen.“

Hallo Oliver Stock,

dann fangen Sie einfach mal bei sich selbst an.
Ich persönlich finde sowieso, dass Journalisten/innen viel zu viele Privilegien genießen und völlig überbezahlt und überversorgt sind, genau wie Politiker/innen. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, profitieren ja beide vom jetzigen Umverteilungssystem von „unten nach oben“. Nach dem Motto > halt du sie dumm ich halt sie arm.
Ich habe schon lange „fertig“ mit Politik, Kirche und Journalie! Wasser predigen, aber selber Champagner saufen - widerlich.


Account gelöscht!

30.01.2013, 12:23 Uhr

Man muß differenzieren. Wieviel ist ein sicherer Arbeitsplatz (öffentliche Hand) wert?
Hat der öffentliche Dienst auch solche Einbußen durch Lohnverzicht erleiden müssen wie z.B. Stahl, Metall und Elektroindustrie?
Die Gewerkschaftsfunktionäre von VERDI haben schon wieder
die roten Krawatten an und sind hemdsärmelig! Dabei sitzen etliche als Verwaltungsräte und Aufsichtsräte in den öffentlichen Betrieben!
Dies ganze System stinkt und wie ein alter Spruch sagt,:
Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf....

Account gelöscht!

30.01.2013, 13:05 Uhr

Haha, selten so gelacht!! ^^

>>> "Lohnverzicht in STAHL-, METALL- und Elektroindustrie..." Der war echt gut!!! xD

(die Branchen in GROßbuchstaben haben in den letzten 10 Jahren wohl am meisten "verzichten" müssen!)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×