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29.07.2012

09:50 Uhr

Kommentar

Partnerbörsen im Zoff

VonDiana Fröhlich

Die Online-Liebesvermittler freuen sich über einen gewaltig gewachsenen Markt. Doch die Branche ist aufgebläht. Während kleine Anbieter sich noch in Sicherheit wähnen, schaltet ein Platzhirsch bereits auf Angriff.

Ein junges Paar umarmt sich im Sonnenuntergang. Für die Partnerbörsen wird die Luft dünner. dpa

Ein junges Paar umarmt sich im Sonnenuntergang. Für die Partnerbörsen wird die Luft dünner.

Die große Liebe war es noch nie. Seitdem das Internet auch die Schlafzimmer der Deutschen erobert hat und die Suche nach dem perfekten Partner im Netz gesellschaftsfähig geworden ist, kämpfen die Nutznießer dieser Entwicklung hartnäckig um rund zehn Millionen Singles hierzulande. Online-Partnerbörsen, Flirt-Portale und Casual-Dating-Angebote setzen jährlich insgesamt knapp 200 Millionen Euro um.

Jahrelang war die Branche eine der erfolgreichsten der deutschen Internetwirtschaft. Doch die Konkurrenz wächst unaufhörlich. Mittlerweile buhlen mehr als 2000 Anbieter um die Gunst der Alleinstehenden, doch deren Zahl bleibt konstant. Die Grenzen des Wachstums für die etablierten Anbieter, hinter denen meist große Verlage stehen, sind längst erreicht, der Markt überhitzt. Eine Konsolidierung ist dringend notwendig. Wer dabei wen übernimmt, ist derzeit völlig unklar. Doch anstatt darüber zu sprechen, flüchten sich die Protagonisten in juristische Streitereien.

Diana Fröhlich ist Reporterin. Pablo Castagnola

Diana Fröhlich ist Reporterin.

Die Protagonisten, das sind zum einen die meist sehr kostspieligen Online-Partnerbörsen wie Edarling und Parship. Sie gehen die Partnersuche systematisch an, mit Hilfe eines Fragebogens wird der Mann oder die Frau fürs Leben via Computer ermittelt. Flirt-Portale wie Friendscout24 und Neu.de dagegen bieten Platz zum Kennenlernen, seit kurzem steigt in Deutschland zudem die Anzahl der Casual-Dating-Angebote. Auf C-Date oder Secret geht es schlicht um die Vermittlung von Sexkontakten.

Das Management von Edarling hatte zuletzt mehrfach einstweilige Verfügungen gegen Konkurrenten erwirkt. Dabei ging es um intransparente Abonnement-Modelle und Werbemaßnahmen sowie gefälschte Profile potenzieller Singles. Doch es geht auch um die Schwächung der Konkurrenz. Und darum, sich selbst in ein besseres Licht zu stellen - die einstweilige Verfügung als Mittel der Kriegsführung.

Denn der harte Kampf um immer mehr Nutzer und damit um Marktanteile wirkt sich negativ auf das Image der ganzen Branche aus. Aus Furcht, den guten Ruf zu riskieren, haben sich Edarling, Parship, Friendscout24 und Neu.de im April zusammengetan und mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft einen Kodex für die seriöse Partnersuche im Netz ins Leben gerufen. Wenn schon keine Liebesheirat, dann doch wenigstens eine Vernunftehe.

Die Autorin ist erreichbar unter: froehlich@handelsblatt.com

Kommentare (1)

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Timo

29.07.2012, 14:20 Uhr

Bei den ganzen Anbietern blickt doch keiner mehr durch. Umso wichtiger werden Vergleichs- und Informationsportale wie www.partnerboersen-infos.de und co. Man kann sich ja schlecht bei allen 200 Anbietern anmelden und selbst testen.

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