Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2014

17:49 Uhr

Kommentar

Pofallas Wechsel ist gefährlich

VonJan Mallien

Der Fall Pofalla zeigt die enge Bande zwischen dem Staatskonzern Deutsche Bahn und der Bundesregierung. Leidtragende sind die Kunden – sie müssen dafür die Zeche zahlen.

Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) wird Cheflobbyist der Deutschen Bahn. dpa

Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) wird Cheflobbyist der Deutschen Bahn.

Ronald Pofalla wechselt aus dem Kanzleramt in den Vorstand der Deutschen Bahn. Als Cheflobbyist soll er sich dort um die Beziehungen zur Politik kümmern. Der Staatskonzern Deutsche Bahn kann damit einen weiteren hochrangigen Politiker in seiner Konzernspitze begrüßen. Er wird damit noch politischer und noch weniger wirtschaftlich. Das ist eine schlechte Nachricht für die Kunden.

Der Kunde wünscht sich: Weniger Verspätungen, besseren Service und mehr Komfort. Der beste Weg, um das zu erreichen, lautet: mehr Wettbewerb. Erst der Druck durch starke Konkurrenz zwingt den Quasi-Monopolisten Deutsche Bahn zu Innovationen. Staatsnähe und ein Monopol verleiten hingegen zur Ignoranz der Kunden.

Mallien Jan

Jan Mallien, geldpolitischer Korrespondent.

Die Personalie Pofalla geht leider in die falsche Richtung: Durch einen kurzen Draht zur Politik soll die Konkurrenz klein gehalten werden. Das ist gefährlich. Denn gerade bei der Bahn spielt der Staat eine sehr große Rolle. So befindet sich das mit Steuergeldern finanzierte Schienennetz komplett in Besitz der Deutschen Bahn. Diese Macht verleitet zum Missbrauch. Die Politik muss die kleinen Wettbewerber der Bahn schützen und auf Distanz zum Monopolisten gehen.

Der Fall Pofalla zeigt: Davon ist sie weit entfernt. Hier wird ein hervorragend vernetzter, ausrangierter Regierungspolitiker mit einem Vorstandsposten bei der Bahn versorgt. Die Zeche dafür zahlen die Bahnkunden.

Kommentare (32)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.01.2014, 18:13 Uhr

Klug erkannt, jedoch wer soll nun etwas unternehmen? Wie gehen wir dagegen vor? Wer macht einen zielgerichteten Anfang und wer führt ihn zu Ende, mit allen Konsequenzen?
Keiner? Schade.
Ob das "man müßte, man sollte, es ist erforderlich, etc." sowie lediglich das Aufzeigen der Dinge, ausreicht?

Account gelöscht!

02.01.2014, 18:14 Uhr

Ich finde diesen Kommentar einfach Klasse. Endlich jemand, der das Problem beim Namen nennt. Ausrangierte Politiker haben in der Wirtschaft nichts aber auch gar nichts zu suchen. Sie haben einfach keine Kompetenz für diese Stellen. Ich möchte keine Beispiele für in den Sand gesetzte Projekte nennen, wo Politiker die Verantwortung getragen haben. Der Platz auf der Seite würde nicht ausreichen. Ein Hoch auf die Seilschaften.

KWi

02.01.2014, 18:15 Uhr

Ich kann nicht anders, Lobby-"Arbeit" hat für mich immer den Geruch des Unseriösen. Wenn die Bahn jetzt sogar einen Vorstand dafür hat.......
KW

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×