Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2012

18:47 Uhr

Kommentar

Rupert Murdoch und seine Jäger

VonMatthias Thibaut

Dem Chef von News Corp. wird seit Jahrzehnten nachgestellt. Heute ist Rupert Murdoch zum Gegenstand einer epochalen Untersuchung geworden. Das nutzen britische Politiker aus, um ihm kräftig einzuheizen.

Der Autor ist Korrespondent in London. Pablo Castagnola

Der Autor ist Korrespondent in London.

Bald sind die Jäger am Ziel und bringen Rupert Murdoch zur Strecke. Nachgestellt wird ihm, seit er in den siebziger Jahren in London auftauchte und die unbedeutende Gewerkschaftszeitung "The Sun" kaufte. Als der Australier auch noch die urenglische "Times" haben wollte, begann eine Debatte, die mit seinem wachsenden Erfolg immer heftiger wurde. Lug, Trug, Handy-Hackerei und Polizistenbestechung bei Murdochs "News of the World" haben nun das Endspiel eingeleitet.

Es geht um Murdochs "giftigen, geheimen Einfluss auf das öffentliche Leben Großbritanniens": So beschreibt es der Oberjäger, der Labour-Abgeordnete Tom Watson, in seinem gerade veröffentlichten Buch mit dem Krimi-Titel: "Dial M for Murdoch". Aber die Jagd ist nicht nur von edler Sorge ums Gemeinwesens motiviert. Auch politische und unternehmerische Eigeninteressen, Eifersucht auf Pressemacht, Hass auf Murdochs Neoliberalismus, sein Eintreten für Margaret Thatcher und alles, wofür sie stand, spielen eine Rolle.

Die feine Linie zwischen unparteiischem Urteil und Selbstinteresse ist immer schwerer auszumachen. Klar überschritten wurde sie mit der Attacke des Medienausschusses des Unterhauses, der Murdoch als "ungeeignet für internationale Unternehmensführung" erklärte. Der Schuldspruch, gegen die Stimmen der Tories und ohne jede Beweisaufnahme und Begründung zustande gekommen, wird seinen Eindruck auf den Regulierer Ofcom nicht verfehlen. Der muss entscheiden, ob die Murdochs "fit und proper", also charakterlich geeignet sind, Inhaber einer britischen Rundfunk- und Fernsehlizenz zu sein.

Schon jetzt ist Murdochs Plan, sein britisches Unternehmen BSkyB voll zu übernehmen und in ein globales TV-Imperium umzubauen, an der Hacker-Affäre gescheitert. Nun sind sogar die 39 Prozent in Gefahr, mit denen Murdoch und seine News Corporation BSkyB längst kontrollieren.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Charly

03.05.2012, 20:02 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×