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21.10.2012

19:31 Uhr

Kommentar

Schwäbische Euphorie

VonBarbara Gillmann

Erst die Studentenstädte, dann die Landesregierung – und nun auch die Schwabenhauptstadt: Die Grünen übernehmen immer mehr Machtpositionen. Auch bundesweit ist der Sieg von Fritz Kuhn ein Grund zum Jubeln.

Handelsblatt-Redakteurin Barbara Gillmann. Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteurin Barbara Gillmann.

Fritz Kuhn wird Oberbürgermeister in Stuttgart – als erster Grüner in einer Landeshauptstadt. Damit ist es in Baden-Württemberg bald schon Alltag, dass Grüne regieren, ohne dass die Autoindustrie auswandert oder Bosch die Tore schließt: Erst setzten sie sich in den Studentenstädten Freiburg und Tübingen fest, dann erstürmten sie die Landesregierung, nun dominieren sie auch in der angeblich so behäbigen Schwabenmetropole. Das wird dafür sorgen, dass die Landes-CDU bis auf weiteres in ihrem Jammertal sitzen bleibt, die SPD im Südwesten hat sich wieder einmal als nicht satisfaktionsfähig erweisen.  

Für die Grünen ist der Sieg Kuhns auch bundesweit ein Grund zum Jubeln. Sie festigen damit ihre Basis im bürgerlichen Lager. Damit rückt auch ein schwarz-grünes Bündnis wieder mehr in den Fokus – wenn auch nicht in unmittelbarer Zukunft.  Der Werbefaktor der schwäbischen Oberbürgermeisterwahl kann nicht hoch genug bewertet werden.

Ist jedoch die erste Euphorie angesichts des neuerlichen Sieges über die Christdemokraten im Südwesten verflogen, wird die Partei bundesweit wieder den harten Alltag der kleinen Oppositionspartei im Schatten der ­mächtigen Sozialdemokraten spüren. Im Lärm und Getümmel der gerade erst begonnenen Schlacht der Volksparteien wird sich auch künftig kaum jemand für die Grünen interessieren.

Das dürfte auch nicht anders werden, wenn die Ökopartei ihre zähe Kandidatenkür, die keiner wollte und doch keiner verhinderte, im November rechtzeitig zum Parteitag beenden. Höchstwahrscheinlich sind es dann doch wieder Jürgen Trittin und Renate Künast, die die Partei in die Bundestagswahl führen. Ein Rezept, wie sie  neben Steinbrück punkten oder auch nur Aufmerksamkeit erringen, und so die nötigen Stimmen für rot-grün zusammen bringen können, fehlt ihnen allerdings noch.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

21.10.2012, 21:20 Uhr

Hat Peer Steinbrück mit seiner Aussage 2013 (kommt) ROT-GRÜN auf die richtige Karte gesetzt !

Indianer

21.10.2012, 22:01 Uhr

"Weissagung der Cree: Erst wenn die letzt Fabrik geschlossen ist, das letzte Kraftwerk abgeschaltet und das letzte Auto verboten ist, werdet Ihr merken, dass man Psychotherapiestunden nicht essen kann

Ben-Wa

22.10.2012, 06:38 Uhr

Nach dem braunen und roten Sozialismus kommt endlich der grüne Sozialismus! Lest lieber Götz Aly und erkennt die Analogien und Gemeinsamkeiten. Wer grün wählt, ist politisch einseitig naiv. Wobei: die anderen Blockparteien sind auch unwählbar!

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