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18.09.2013

15:26 Uhr

Kommentar

Siemens dreht das Rad zurück

VonAxel Höpner

Drei Chefposten – drei Männer: Siemens macht bei den Umbesetzungen in Vorstand und Aufsichtsrat einen Rückschritt in Sachen Vielfalt. Dabei könnte der Industriekonzern frische Impulse von außen gut gebrauchen.

Buntes Siemens? Nach den jüngsten Umbesetzungen ist der Technologiekonzern nicht mehr so vielfältig wie vorher. dpa

Buntes Siemens? Nach den jüngsten Umbesetzungen ist der Technologiekonzern nicht mehr so vielfältig wie vorher.

Es ist in vielerlei Hinsicht die Rückkehr zum „alten Siemens“: Bei der Neubesetzung von drei Chefposten hat der Industriekonzern drei Männer ausgewählt, zwei davon aus Deutschland. Damit gehen dem Unternehmen Vielfalt und Impulse von außen verloren.

Die Aufgaben der scheidenden Personalchefin Brigitte Ederer übernimmt Technologievorstand Klaus Helmrich. Das Finanzressort leitet künftig Ralf Thomas. Und das Aufsichtsratsmandat des früheren Deutsch-Bankers Josef Ackermann übernimmt SAP-Manager Jim Hagemann Snabe, derzeit noch Co-Chef des Software-Herstellers.

Der geschasste Siemens-Chef Peter Löscher hatte viel Wert auf Diversity gelegt, was man an der Besetzung etlicher Vorstandsposten sehen konnte. Allerdings fremdelten einige der neuen Manager mit der schwierigen Organisation Siemens – das gilt für die österreichische Personalchefin Brigitte Ederer ebenso wie für die schweizerische Einkaufschefin Barbara Kux. Löscher selbst war nach sechs Jahren noch ein Externer ohne gutes Netzwerk. Umgekehrt fremdelte das alte Siemens mit den Vorständen.

Axel Höpner

Der Autor

Axel Höpner leitet das Handelsblatt-Büro in München.

Nun kehrte der Konzern von dieser Maxime wieder ab. An der Konzernspitze wurde der von außen geholte Österreicher Löscher durch das bayerische Urgestein Joe Kaeser ersetzt. Kux und Ederer – beide weiblich, beide aus dem Ausland – verlassen den Vorstand. Fraglich ist außerdem, wie lange Chefjustiziar Peter Solmssen bleibt – ein Amerikaner.

Natürlich hat Siemens weiter den Diversitätsanspruch. Das zeigt auch die Berufung des Dänen Jim Hagemann Snabe. Der Konzern muss aber aufpassen, dass das Rad nicht zu weit zurückgedreht wird. Auch künftig braucht Siemens frische Impulse von außen.

Kommentare (7)

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HofmannM

18.09.2013, 15:52 Uhr

Siemens muss wieder verstärkt in den Weltmarkt des Kraftwerksbau einsteigen. Am besten geht Siemens mit Areva oder Rosatom eine Zusammenarbeit ein. Forschung und Entwicklung der Kernkraft steht weltweit eine sehr gute wirschafltiche und innovative Zukunft bevor. Davon kann Siemens nur profetieren.

HofmannM

18.09.2013, 15:56 Uhr

Hizufügen möchte ich noch, dass auch das Rückbaugeschäft von Kernkraftwerken für Siemens wirtschafltich von Vorteil sein kann. Somit kann ich überhaupt nicht verstehen, warum Siemens sich KOMPLETT aus der Kernkraft zurückgezogen hat!? Das war ein klarer Manager-FEHLER!!!

little_TIGER

18.09.2013, 16:53 Uhr

@HofmannM
Ich fürchte der Zug mit dem Kraftwerksgeschäft ist abgefahren.
Grundsätzlich möchte ich aber bemerken, dass es nicht sinnvoll ist, jeden Trend hinterherzulaufen.
Ausstieg auf Kraftwerksgeschäft, Frauen im Topmanagement - auch wenn denen offensichtlich die ensprechende Qualifikation fehlt.

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