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17.04.2012

14:01 Uhr

Kommentar

Sky pokert hoch

VonHans-Peter Siebenhaar

Fußball-Bundesliga live und exklusiv? Das gibt es auch ab 2013 nur bei Sky. Doch das hat sich der Pay-TV-Sender noch mehr kosten lassen als bisher. Ein äußerst riskantes Spiel ums Überleben.

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar beobachtet seit Jahren die Medienbranche. Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar beobachtet seit Jahren die Medienbranche.

…und der Gewinner heißt Sky. Der Bezahlsender hat offenbar tief, sehr tief in die Tasche gegriffen, um sich die Live-Rechte im Fernsehen, sondern auch die Rechte im Internet und auf dem Handy zu sichern.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Bislang verbuchte die Deutsche Fußball Liga (DFL) durchschnittlich 412 Millionen Euro aus der Verwertung der Medienrechte, rund 250 Millionen kamen davon von Sky. Ab der Spielzeit 2013/14 erzielt die DFL sagenhafte 628 Millionen im Durchschnitt.

Der jahrelange Verlustbringer des US-Medienkonzerns News Corp. des Medientycoons Rupert Murdoch hat offenbar noch eine dreistellige Millionen-Euro-Summe draufgelegt, um den Erzrivalen Deutsche Telekom auszustechen. Sky, so heißt es aus der DFL, hat das höchste Angebot abgegeben.

Dieser Preispoker kann für Sky brandgefährlich sein. Denn der hohe Preis für die Medienrechte der ersten und zweiten Bundesliga lässt sich nur finanzieren, wenn die Abonnentenzahlen sehr schnell steigen.

Das MDax-Unternehmen braucht dringend höhere Erlöse, um die jahrelange Verlustzone zu verlassen. Bislang kommt der Unterföhringer Bezahlsender aber mit der Gewinnung von Abonnenten eher langsam voran. Nur mühsam wurde zuletzt die Drei-Millionen-Grenze übersprungen. Der hohe Preis auf die Bundesliga ist daher eine riskante Wette auf die Zukunft.

Die Bundesliga-Klubs jubeln unterdessen. Sie sind in Champagnerlaune. Denn die Erlöse aus den Medienrechten sind um die Hälfte gestiegen. Das hatte so niemand erwartet. Doch wenn der Champagner ausgetrunken ist, wird vielleicht den einen oder anderen klar: die Klubs haben sich in eine gefährliche Abhängigkeit manövriert.

Die Bundesliga hängt nach dieser Medienrechte-Vergabe endgültig am finanziellen Tropf von Rupert Murdoch. Scheitert der launenhaften Medienzar mit seinen ehrgeizigen Pay-TV-Plänen gerät der deutsche Profi-Fußball in die Existenzkrise. Das wäre ein Alptraum.

Kommentare (2)

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17.04.2012, 15:59 Uhr

Die Telekom kann Sky noch lange ohne Gewinne halten.
Sie hat eine andere Einnahmequelle.

Hans

18.07.2013, 09:18 Uhr

sky ist nicht so gut wie sie tun. man wird ständig mit einer jugendschutz-pin genervt. ausrede der gesetzgeber, aber wenn es so wäre bitte auch alle Free-TV-Sender.laut Verfassung Gleichheitsgrundsatz. Die Sender blenden laufend Reklame ein, also wie Free-TV-Sender, sehe nicht ein dafür zu bezahlen. Durch Jugendschutz-PIN wird vor Ende wieder eine Eingabe gefordert, obwohl der Film noch nicht zu Ende ist. Schlimme Kindersender ganz Negativ Bommerang und Disney ständig ins laufende Programm Einblenungen von Reklame, Sky sagt dann nur wir senden und sind nicht für das Programm, verantwortlich. Musiksender MTV kommt aus England nimmt wenig Rücksiocht auf Deutschland. Die Sendequalität vieler Sender sehr schlecht zum Beispiel Goldstar TV und Kabeleinsclassic und weitere. Logo bei vielen sehr lästig bzw. störend. Das sind nur wenige Beispiele das Sky schlecht ist, ich könnte viele weitere Nennen. Karte kann nicht in einem anderen Reciever gemacht werden, weil Sky alles kontrollieren will und und und

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