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08.07.2012

16:31 Uhr

Kommentar

So viel Auswahl wie noch nie

VonJoachim Hofer

Mit Smartphones, Tablets, Ultrabooks und einer ganzen Reihe anderer Produkte haben Kunden so viel Auswahl wie nie. Das sorgt für viel Wettbewerb und gute Zeiten für Konsumenten.

Elektronikfans testen Smartphones auf einer Messe: Neue Geräteklassen rechts und links. AFP

Elektronikfans testen Smartphones auf einer Messe: Neue Geräteklassen rechts und links.

DüsseldorfPC oder Notebook? Zwei Jahrzehnte lang konnten sich Computerkäufer nur zwischen zwei Geräteklassen entscheiden. Doch das ändert sich jetzt radikal. Mit Smartphones, Tablets, den neuen Ultrabooks und einer ganzen Menge an Mischformen der unterschiedlichen Rechnertypen haben die Kunden so viel Auswahl wie nie.

Doch das ist noch nicht alles: Es drängen gleichzeitig mächtige Konzerne wie Microsoft, Google und Amazon ins Geschäft mit der Hardware. Das setzt die führenden Computerbauer Hewlett-Packard, Lenovo, Acer und Dell schwer unter Druck und wird in den nächsten Monaten für fallende Preise sorgen.

Dies gilt umso mehr, weil die Rechner für die neuen Herausforderer nur Mittel zum Zweck sind. Sie wollen damit ihr restliches Geschäft antreiben. Microsoft will seine Software verkaufen, Amazon möchte sein Online-Kaufhaus anbinden, und Google hat ein Interesse an zusätzlichen Werbeumsätzen aus der mobilen Welt. Mit den Geräten selbst müssen sie im Gegensatz zu den Spezialisten gar kein Geld verdienen.

Joachim Hofer

Der Autor ist Korrespondent in München.

Die Nutznießer dieser Entwicklung sind die Konsumenten. Fast scheint es so, als hätte die Menschheit nur auf die Flut der neuen Apparate gewartet. Eine gestern von den Marktforschern von Gartner veröffentlichte Studie zeigt, dass die Leute immer mehr Zeit mit den Computern verbringen. Und noch etwas haben die Experten in einer Befragung herausgefunden: Viele legen sich die verschiedensten Rechner parallel zu und setzen sie dort ein, wo sie jeweils am praktischsten sind. Vor allem bei Jugendlichen sind mitunter auch alle Apparate gleichzeitig in Betrieb. Während des Fernsehens ein Laptop zu bedienen ist bei 15-Jährigen heute ganz normal.

Zugegeben, Tablets gibt es nun schon seit zwei Jahren, Smartphones sogar noch etwas länger. Dominiert hat das Geschäft im Wesentlichen Apple. Doch die Kultmarke aus dem Silicon Valley fährt eine Hochpreis-Strategie, deshalb erreicht der Konzern stets nur einen beschränkten Kreis von Kunden.

Jetzt nimmt das Angebot von anderen Anbietern schlagartig zu. Darüber hinaus gibt es neue Kategorien wie die Ultrabooks. Das sind ausgesprochen flache Laptops, die extrem wenig Strom verbrauchen und in Sekunden betriebsbereit sind. Angesichts dieser Vielfalt rutschen die Preise, und die Geräte werden für die breite Masse der Menschen erschwinglich.

Google etwa will seinen leistungsstarken Handflächencomputer Nexus 7 für 199 Dollar anbieten. Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was Apple verlangt. Vermutlich wird der Internethändler Amazon demnächst mit einer zweiten Version seines günstigen Tablets Kindle Fire dagegenhalten.

Doch es gibt einen Haken: Natürlich wird den Kunden auch in der Computerbranche nichts geschenkt. Wer ein Gerät billig abgibt, der will hinterher daran verdienen, etwa über den Verkauf von Apps, Filmen, Büchern, Musik oder Spielen. Deshalb gilt: Aufpassen. Sonst übersteigen die laufenden Kosten den Kaufpreis in wenigen Monaten.

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