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14.04.2013

17:32 Uhr

Kommentar

Steinbrück kann Kanzler

VonStefan Kaufmann

Die Partei folgt ihrem Kandidaten. Die vergangenen Monate haben zusammengeschweißt. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kann Kanzlerin Merkel gefährlich werden – aber er braucht dringend Hilfe.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Jetzt hat die SPD nicht nur einen Spitzenkandidaten, sondern auch noch ein Wahlprogramm. Peer Steinbrück hat es auf dem Bundesparteitag in Augsburg vorgestellt. Und die rund 600 Delegierten haben es mit Enthusiasmus aufgenommen.

Die Partei folgt dem Herausforderer von Angela Merkel, der in den vergangenen vier Monaten zu häufig durch seine Unbeherrschtheit für Kopfschütteln gesorgt hat. In den Beliebtheitswerten liegt Peer Steinbrück abgeschlagen hinter der Kanzlerin.

Deshalb setzt die SPD darauf, die schwarz-gelbe Regierung über Inhalte zu packen. Und sie tut gut daran. Denn die Frage, was Union und FDP dem Land in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren gebracht haben, können viele Bürger nicht beantworten.

Stefan Kaufmann ist Politikredakteur bei Handelsblatt Online.

Stefan Kaufmann ist Politikredakteur bei Handelsblatt Online.

Das Wahlprogramm der SPD gibt einige Antworten. Es rückt das Thema „soziale Gerechtigkeit“ in den Mittelpunkt. Lohn und Rente betreffen jeden, Steuerbetrügereien verärgern die meisten. Es ist ein linkes Programm. Es kündigt Steuererhöhungen für Besserverdienende an, auch eine Vermögenssteuer ist darin aufgeführt. Klassische Umverteilungspolitik.

Das Problem: Verkaufen muss dieses Programm ein Mann, dem nicht per se das Etikett „Wohltäter“ anhaftet. Peer Steinbrück, ehemals Finanzminister in der großen Koalition, hat seine Stärken als Finanzfachmann. Dann wirkt er authentisch. Steinbrück muss es gelingen, den Bürgern das Gefühl zu geben, dass auch eine SPD-geführte Bundesregierung für die Interessen des deutschen Steuerzahlers in Brüssel kämpft.

Beim Thema „soziale Gerechtigkeit“ braucht Steinbrück dringend Hilfe. In seiner Parteitagsrede bediente er sich eines Tricks. Er ließ andere die Probleme ansprechen: Fiktive Menschen wie die Angestellte einer Drogeriemarktkette und eine Pflegerin. Oder lebende Beispiele wie Bahran Kücüc, sich zwischen zwei Pässen entscheiden muss, und die Senioreninnen vom Projekt Olga – Oldies leben gemeinsam aktiv.

Das geht im Wahlkampf nicht mehr. Und genau deshalb muss Peer Steinbrück zügig sein Schattenkabinett aufstellen. Dann kann der Kanzlerkandidat seine unbestrittenen Stärken ausspielen und die Sozialpolitiker die ihren. Nur dann kann das gesamte Wahlprogramm glaubhaft vertreten werden. Und nur dann könnte am Wahltag die Strategie aufgehen: Dass die einen, die SPD wählen trotz Steinbrück und die anderen Steinbrück ihre Stimme geben trotz SPD.

Kommentare (33)

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Staatssklave

14.04.2013, 17:56 Uhr

An alle Steuerzahler und die sogenannten "breiten Schultern" und auch die Leistungsträger und die Besserverdienenden, die "Offshoreleaker" und die egoistischen "Asozialen" die Herr Gabriel ja nun dem Mob vor die Füsse wirft damit dieser ihn und seine Umverteilungstruppen wählt:

Ihr seid hier nicht mehr erwünscht - zieht die Konsequenz und reiht euch in die Masse der Sozialleistungsbezieher ein und wählt die SPD oder sucht euch einen Ort in dieser großen bunten Welt wo Eigentum nicht strafbar ist.

Teer_schweinstueck

14.04.2013, 17:57 Uhr

.....den Herrn "hätte, hätte, Fahrradkette" will doch keiner. Weder diejenigen, die SPD wählen, (...) und die anderen erst recht nicht....

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Paulklugman

14.04.2013, 18:27 Uhr

Steinbrück kann Kanzler. Selbstverständlich. Aber erst nach einem Grundkurs in Diplomatie. Dessen bedarf es aber nicht, denn obwohl Steinbrück Kanzler kann - werden wird er es ganz sicher nicht.

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