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25.01.2005

07:00 Uhr

Nun wissen wir es ganz genau: Die meisten von uns werden die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vor dem Fernseher oder auf Großbildleinwänden verfolgen. Von den rund drei Millionen Eintrittskarten, die theoretisch zur Verfügung stehen, geht höchstens ein Drittel in den freien Verkauf. Das ist die traurige Wahrheit, die uns der Weltfußballverband Fifa und der oberste WM-Organisator Franz Beckenbauer gestern präsentierten. Die WM kommt, doch für die meisten Deutschen nur auf der Couch.

Dass die Enttäuschung über zu knappe Tickets riesig wird, war allen Beteiligten klar, als sie die WM nach Deutschland holten. Das Land ist nun einmal fußballverrückt und noch größere Stadien kann man kaum bauen. Doch das sollte uns die Vorfreude nicht vermiesen. Im Gegenteil: Sie zeigt uns, wie attraktiv die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist. Nach den Olympia-Pleiten von Berlin und Leipzig ist die Weltmeisterschaft hier zu Lande das wichtigste sportliche Ereignis dieses Jahrzehnts. Es eröffnet die Chance, unser Land modern, gastfreundlich und weltoffen zu präsentieren – und gleichzeitig den Pessimismus zu überwinden, der viele Bundesbürger immer noch gefangen hält.

Mindestens eine Million zusätzlicher ausländischer Touristen werden nach Deutschland kommen, viele werden das Land zum ersten Mal besuchen. Rund 15 000 Journalisten werden rund um die Uhr in die letzten Winkel dieser Erde berichten. Und die werden wissen wollen, wie es wirklich aussieht im Land der vermeintlichen Zweifler und Zauderer. Auch Politik und Wirtschaft haben das erkannt. Seit Monaten basteln der Bundesverband der Deutschen Industrie und das Kanzleramt an einer Imagekampagne zur WM, frei nach dem Motto: Deutschland ist besser, als wir alle glauben.

Somit wird jenseits der zwölf Stadien das ganze Land zur Bühne. Dass Deutschland die WM perfekt organisieren wird, erwartet die Welt, nicht zuletzt deshalb haben wir sie bekommen. Dass wir jenseits perfekter Organisation das Ereignis mit Freude und Zuversicht präsentieren, wäre aber der wohl größte Erfolg des Unternehmens Weltmeisterschaft 2006.

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