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30.07.2012

16:35 Uhr

Kommentar

USA und China müssen erste Hilfe leisten

VonDavid Marsh

Während Europa um seine Währung bangt, sehen die USA und China fassungslos zu - noch. Denn sollte sich die Krise verschlimmern, müssen die Großmächte eingreifen, und zwar im eigenen Interesse.

David Marsh. PR

David Marsh.

Der August ist oft eine schwierige Zeit für die Devisenmärkte. Dieses Jahr braut sich eine besonders explosive Mischung zusammen. Aus Europa, China und den USA droht Ungemach. Der Wirrwarr um die Währungsunion erreicht ein verhängnisvolles Ausmaß. Bleibt zu hoffen, dass im Augenblick der europäischen Not die führenden Wirtschaftsnationen, Amerika und China, über ihren Schatten springen und zugunsten der Weltwirtschaft Erste Hilfe leisten.

Die beiden Länder haben aus unterschiedlichen Motiven ein tiefgehendes Interesse an einer Bewältigung der Euro-Krise. Sie fordern verzweifelt die Europäer auf, endlich Führungsstärke zu zeigen. Bei einer weiteren Zuspitzung dürfen wir aber von den USA und China erwarten, dass beide Länder - trotz hausgemachter Probleme - knallharte Entscheidungen treffen, um den Folgen der europäischen Schwäche zu begegnen. Im Fall des Falles sind aus Peking und Washington Finanzspritzen der Notenbanken, kurzfristige fiskalpolitische Stabilisierungsmaßnahmen sowie mit den anderen G20-Ländern konzertierte Aktionen zu erwarten.

Woran liegt die August-Anfälligkeit? Viele politische Entscheidungsträger sind in Urlaub. Der Handel an den Finanzmärkten ist dünn und nervös. Die Juniorhändler, die während der Abwesenheit der Chefs die Tagesgeschäfte verantworten, wollen Fehler vermeiden und ziehen nur zu bereitwillig Geld aus angeschlagenen Ländern ab. Negative Wirtschaftsmeldungen können daher wie Bomben einschlagen. Deswegen hat der Europäische Zentralbank-Präsident Mario Draghi angekündigt, die EZB stehe Gewehr bei Fuß, um in den Krisenländern den Kurs der Staatsanleihen zu unterstützen.

Verbale Interventionsspiele gehören freilich zum Waffenarsenal jedes Notenbankers. Leider könnte sich aber diese Taktik als kontraproduktiv erweisen, sollte sie Protestrufe der Bundesbank und neue Spaltungen im EZB-Rat herbeiführen.

An Brennstoff herrscht in diesem August kein Mangel. Da Athen bei der Erfüllung vereinbarter Spar- und Privatisierungsprogramme extrem rückständig ist, sind die Kreditgeber in Europa wie beim Internationalen Währungsfonds (IWF) wenig dazu geneigt, neue Hilfskredite für Griechenland zu bewilligen. Fraglich ist es sogar, ob fällige Auszahlungen im Rahmen bestehender Rettungspakete tatsächlich erfolgen. Daher könnte Hellas bald das Geld ausgehen, zumal sich die EZB angesichts wachsender Ausfallrisiken weigern könnte, weiterhin Notstandsliquidität bereitzustellen.

Kommentare (6)

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Tabu

30.07.2012, 18:09 Uhr

Während Europa um seine Währung bangt, sehen die USA und China fassungslos zu - noch. Denn sollte sich die Krise verschlimmern, müssen die Großmächte eingreifen.
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Schlag nach bei Wiki und definiere Großmacht

Der Begriff der „Größe“ ist subjektiv, zeitbezogen und zum Teil willkürlich: „Die wirkliche Größe ist ein Mysterium. Das Prädikat wird weit mehr nach einem dunklen Gefühle erteilt und versagt"

Also,nicht weiter wichtig..

Martin

30.07.2012, 18:54 Uhr

" ein totaler Euro-Kollaps - werden sich aber nicht erfüllen."
Die Kunstwährung "Euro" steht präfinal vor dem Kollaps. Man kann vielleicht durch den Einsatz von "HighTech-Medizin" den Patienten noch eine Zeit lang am Vegetieren erhalten, da sich die Metastasen ausgebreitet haben, steht das Ende früher oder später bevor. Ein Trost bleibt: Mit dem Wirt sterben auch die Metastasen. (Wer ist wohl damit gemeint?)

Ludwig500

30.07.2012, 19:11 Uhr

Leute, die Lösung ist doch so einfach. Druckt jedem Erdenbürger 1 Mio Euro, bzw. das Äquivalent in Landeswährung.

Arbeitslosigkeit ist kein Thema mehr, viele werden nicht mehr arbeiten wollen, wer will wird Arbeit finden.

Konjunktur explodiert, der Handel ist glücklich, die Konsumenten können konsumieren, sind also auch glücklich

Kriminalität aus Geldmangel geht zurück, keiner muss mehr verhungern.

Die leerstehenden Immobilien finden mit Leichtigkeit käufer, Banken haben wieder Spielgeld ohne Ende

Alle sind glücklich, alle sind froh

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