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23.10.2013

13:47 Uhr

Kommentar

Vergeben? Ja. Vergessen? Nein!

VonMaike Freund

Tebartz-van Elst wird suspendiert, doch sein Amt darf er erst einmal behalten. Wenn die Katholische Kirche nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit – und Mitgliedern – verlieren will, darf der Bischof nicht ins Amt zurück.

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Immerhin, die Katholische Kirche reagiert – und zwar relativ schnell. Das ist schon etwas Besonderes. Denn eigentlich will sich die Kirche nicht reinreden lassen, nicht von der Politik, erst Recht nicht von den Medien – bei keinem Thema.

Vielleicht ist es die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Affäre um Tebartz-van Elst als „sehr belastend“ für die Katholiken bezeichnete. Vielleicht sind es auch die enttäuschten Kirchenanhänger oder die rückläufigen Spenden. Klar ist jedoch: 31 Millionen Euro für den Limburger Bischofssitz sind Papst Franziskus zu viel – und haben ihn zum Handeln getrieben.

Der Heilige Vater ist bekannt für seine Bescheidenheit, dafür, dass er den Luxus scheut. Er fährt lieber mit dem Bus oder mit dem Fahrrad als sich chauffieren zu lassen, ist einer, der die Armut kennt, der vor der Realität in seiner Heimat Argentinien nicht die Augen verschließt, der die Menschen wahrnimmt. Und seine Einstellung steht der Katholischen Kirche gut zu Gesicht.

Dann kommt einer daher, der das ganz anders hält. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der lieber das Geld für Prunkbauten verprasst. Egal, ob wissentlich oder nicht. Das tut nichts zur Sache, der Bischof ist nicht haltbar – gerade für den Heiligen Vater und das, wofür er steht.

Nun ist der Limburger Bischof also suspendiert. Doch sein Amt verliert er nicht. Nach Abschluss der Untersuchungen soll neu entschieden werden. Doch das reicht nicht. Denn dieses offene Hintertürchen können sich die Katholiken nicht erlauben.

Denn die Affäre um den Prunk des Bischofs kostet die katholische Kirche Glaubwürdigkeit. Etwas, was sich die Institution um jeden Preis erhalten muss, wenn sie den Mitliederschwund stoppen will. Sie wird die Christen vielleicht nicht in ihrem Glauben an die Katholische Kirche schwanken lassen, wohl aber an der Institution Kirche. Zu Recht.

Deshalb muss der Vatikan hart bleiben und den Bischof nicht wieder in sein Amt zurück schicken. Zwar ist es einer der Grundsätze der Christen, um Vergebung zu bitten und Fehlverhalten zu vergeben. Doch vergessen werden darf die Affäre deshalb nicht.

Kommentare (26)

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Schwarzweissrot

23.10.2013, 14:12 Uhr

Wozu diese verlogene Aufregung, hä?!
Ok, der Bischof hat ca. 31 Mio EUR investiert, etwas zu viel, aber sein Bischofsitz ist fertig!

Die Merkel soll einfach mal den Schnabel halten, sie ist ja eine Evangelin!
Die soll sich um die herausgeworfenen Milliarden kümmern!
[..]
BER hat bisher Milliarden gekostet und ist nicht mal funktionsfähig!

Der überflüssige Bundestag wurde [...] erweitert!

etc., etc., etc!!!!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

RumpelstilzchenA

23.10.2013, 14:17 Uhr

Es geht doch hier nicht nur um van Elst, sondern die ganze katholische Kirche ist unglaubwürdig! Dieser ganze Pomp, auch in Rom, der eine scheinbar soziale Einrichtung mit einem fragwürdigen Gottesbezug darstellen soll, der ausschließlich einer Gewinnmaximierung unterworfen ist, ist doch vor der ganzen Historie zu hinterfragen.
Der Bischoff aus L. hat das "süße Leben" den labilen ungebildeten Elementen nun endlich mal vor Augen geführt. Doch ändern wir sich deshalb nichts, da keiner sich mit dieser gewaltigen Mafia-Einrichtung anlegen möchte, denn für den Erhalt dieses Systems ist ihnen jedes Mittel recht! "jedes Mittel"!!!

Karma

23.10.2013, 14:23 Uhr

Hihi, ist schon nett, wenn man hier bei den Leserbriefen erkennt, wenn dienkatholowcje Kirche geschickt hat, damit sie die Volksmeinung einlullen sollen. Eben durch diese ekelhaften GUTMENSCHEN, die sich dafür schämen, dass man die Offenbarung zitiert, wenn es um den Vatikan geht.

DIE HURE VON ROM

Offensichtlich verprassen aber alle katholischen Würdenträger das Geld ihrer Mitglieder, bis eben auf den Papst. Es ist zu vermuten, man hat diesen netten und bescheidenen Herren extra genommen, um zu vertuschen, was wirklich im Vatikan passiert. Noch vor Jahren hat man extra Callboys zu Parties geholt, wenn die Kardinäle ihre üblichen Feiern hatten. (So schreibt es jedenfalls DIE WELT). Sie fliegen 1. Klasse und fahren in der Auto-Oberklase.

Aber sie predigen Demut und rufen zum Spenden auf, trotzdem der dumme Gläubige glaubt es und macht voll Geld locker.

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