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20.10.2012

12:32 Uhr

Kommentar

Warum Berater-Bashing falsch ist

VonKatrin Terpitz

Die Berater in Deutschland sind oft unbeliebt und haben einen schlechten Ruf – zu Unrecht: Die Berater von Roland Berger und Co helfen Unternehmen oft wieder auf die Beine zu kommen.

Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben. dpa

Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben.

Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die so unbeliebt ist wie die Zunft der Berater. Besserwisser sind schon in der Schule verhasst. Die hochbezahlte, alerte Rollkoffer-Fraktion im feinen Zwirn ist ein allseits beliebtes Feindbild. Bestseller wie "Beraten und verkauft" oder "Die große Abzocke" befeuern das Berater-Bashing. Besonders McKinsey muss herhalten für Klischees über Berater, die Firmen gnadenlos auf Effizienz und Rentabilität trimmen. Im Theaterstück "McKinsey kommt" von Rolf Hochhut etwa treten Consultants nicht einmal auf. Allein ihre Ankündigung ist Synonym für drohende Entlassungen. Leider wird oft vergessen, dass Berater viele Firmen und damit Jobs retten.

Sie grundsätzlich zu verdammen ist ungerechtfertigt. Berater polarisieren. Sie sind eine lohnende Investition, sagen die einen. Der Blick von außen ist wichtig. Nur Externe können Schwachstellen schonungslos offenlegen. Viele Manager stricken nach altbewährten Erfolgsmustern, obwohl selbst Ikonen wie Nokia schnell abstürzen können. Die meisten Firmen haben keine Kapazitäten, um eine Strategiewende fix auf den Weg zu bringen. Die eigenen Manager haben zwar auch gute Ideen. Die sind häufig aber nur durchsetzbar, wenn Externe sie bestätigen.

Oft genug müssen Berater als Sündenböcke für den Ärger bei Entlassungen herhalten. Berater sind eine überflüssige Investition, sagen die anderen. "Wenn man ein Unternehmen zerstören will, muss man nur versuchen, es mit externen Beratern in Ordnung zu bringen", sagte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech einmal. Aber auch VW beschäftigt Consultants von außen.

Kommentare (13)

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Sebastan

20.10.2012, 13:01 Uhr

"Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben.
Quelle: dpa"


OHHHH, MEIN ... GOTTTT!!!!

Pyjama-Mann

20.10.2012, 13:23 Uhr

Warum spricht die Autorin denn nur über die großen Beratungshäuser? Kleine, hochspezialisierte Berater , oft Einzelkämpfer mit jahrzentelanger Erfahrung, sind bei mittelständischen Unternehmen sehr gefragt, gerade im Export zum Beispiel. Und: Diese beraten ja nicht nur, sondern unterstützen und managen.
Vielleicht sollte die Autorin zwischen diesen beiden Beratertypen beim nächsten Beitrag differenzieren.

Account gelöscht!

20.10.2012, 13:28 Uhr

"Wenn man ein Unternehmen zerstören will, muss man nur versuchen, es mit externen Beratern in Ordnung zu bringen", sagte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech einmal.
Piech hat ja nur aus einem veralteten Käferproduzent ein weltweites Imperium geschaffen, was weiß der schon...

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