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16.02.2012

21:44 Uhr

Kommentar

Warum die Kursrally noch andauert

VonUlf Sommer

Griechenland, Schuldenkrise, Rezession: Es gibt genug Gründe, die den Aktienmarkt ins Minus drücken könnten. Doch der Dax zeigt sich unbeeindruckt und steigt rasant. Eine Analyse zeigt, dass das Wachstum solide ist.

Eine Wertpapierhändlerin in der Deutschen Börse. Hartmut Schwarzbach / argus

Eine Wertpapierhändlerin in der Deutschen Börse.

Deutschlands 30 Dax-Konzerne waren gestern 103 Milliarden Euro mehr wert als zum Jahreswechsel. Mit diesem Zugewinn ließe sich unser wertvollstes Unternehmen, Siemens, kaufen – es blieben sogar 30 Milliarden Euro übrig.

Solch einen rasanten Jahresanfang mit einem Dax-Zugewinn von 16 Prozent hat es noch nie gegeben, seitdem das Börsenbarometer 1988 erstmals berechnet wurde. Dabei sind es nicht Euphorie und außergewöhnliche Tagesgewinne, die den Dax treiben. Vielmehr steigt er Punkt um Punkt in einem Cocktail aus Skepsis und Erstaunen angesichts der schwierigen äußeren Bedingungen. Nicht viele gierige Käufer treiben die Kurse, so wie zur Jahreswende 1999/2000, sondern nur ein Mangel an Verkäufern. Doch genau diese Konstellation belegt die hohe Qualität der Rally – samt berechtigter Hoffnung, dass sie noch eine Weile andauert.

Die Schuldenkrise ist nicht gelöst oder beherrschbarer geworden als im vergangenen Jahr. Die öffentlichen Defizite wachsen, und der Zwang zum Sparen droht eher mehr Euro-Länder in die Rezession zu reißen als 2011. Die Nullzinspolitik der großen Notenbanken hilft zwar den Staaten, sich immer mehr zu verschulden – lässt aber auf Dauer die Preise steigen, weil Geld beliebig vermehrt wird. Im Wirtschaftswunderland China schließlich droht eine Blase aus rasant gestiegenen Immobilienpreisen zu platzen – und die Wirtschaft herunterzureißen.

Ulf Sommer ist Redakteur beim Handelsblatt. Pablo Castagnola

Ulf Sommer ist Redakteur beim Handelsblatt.

Die Börsen schütteln all diese Ängste ab, die sie 2011, als der Dax um 15 Prozent fiel, noch lähmten. Doch sie verdrängen sie ein Stück weit – und das durchaus berechtigt. Denn weder die deutschen Unternehmen noch die in Rest-Europa oder in den USA lassen sich nennenswert von den vielen Sorgen anstecken. Die Firmen verdienen prächtig – gemessen an den Aktienkursen, sogar exzellent. Das wird deutlich, wenn man den Gewinn der Unternehmen in Relation zu ihrer Börsenbewertung setzt. Daran gemessen, sind europäische Unternehmen so niedrig bewertet wie noch nie.

Der Grund: Anleger fürchten schon lange die negativen Auswirkungen auf die Unternehmen – erst die der Immobilien- und Finanzkrise, dann die der Schuldenkrise. Deshalb verkauften sie Aktien.

Kommentare (2)

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Bald_Ex_HB_Abonnent

16.02.2012, 21:58 Uhr

Wenn die lauthalsigen Sprecher der Hausfrauenhausse die große Sause verkünden wissen die klugen Leute auf dem fahrenden Zug zu bleiben und bei der nächsten Station (=7000) auszusteigen

Steuerzahler

16.02.2012, 22:17 Uhr

Substanzfreier Artikel. Die "Qualität" des Handelsblättchens ist erschreckend.

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