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12.05.2012

13:25 Uhr

Kommentar

Wenn global zur Falle wird

VonFrank Wiebe

Die Globalisierung hat den Unternehmen höhere Effizienz und Gewinnmargen gebracht. Doch die immer komplexere globale Verflechtung birgt auch Risiken und gefährliche Abhängigkeiten. Es wird Zeit für ein Umdenken.

Diese Ladung wird ihr Ziel wohl nie erreichen: Vor der neuseeländischen Küste liegt das havarierte Containerschiff Rena auf einem Riff. dapd

Diese Ladung wird ihr Ziel wohl nie erreichen: Vor der neuseeländischen Küste liegt das havarierte Containerschiff Rena auf einem Riff.

Der Versicherungsmakler Marsh warnte gestern seine Unternehmenskunden, die Risiken in ihren eigenen Zulieferketten nicht zu übersehen. Als Beispiel für Risiken nannte er die Explosion in einem Chemiepark in Marl. Dadurch drohen laut Marsh Lieferengpässe "bis hin zu Werksstilllegungen", betroffen sind vor allem Flugzeug- und Autobauer sowie deren Zulieferer "aus aller Welt". Denn in Marl wird Polyamid 12 hergestellt - ein Stoff, den viele Unternehmen brauchen, aber nur wenige herstellen.

Ein Störfall in Nordrhein-Westfalen kann also weltweite Auswirkungen haben. Es gab freilich in letzter Zeit weitaus prominentere Beispiele, etwa das Erdbeben in Japan und die Überflutungen in Thailand, die unter anderem für die Elektronikindustrie gravierende Auswirkungen hatten. Auch diese Beispiele machen deutlich, wie verletzbar Unternehmen durch die weltweite Arbeitsteilung geworden sind.

Frank Wiebe ist Kolumnist. Pablo Castagnola

Frank Wiebe ist Kolumnist.

Für die Versicherungsbranche ist diese Verletzbarkeit Anlass, neue Produkte zu entwickeln, mit denen diese Risiken abgesichert werden sollen. Aber für die Unternehmen selbst sollte sie Anstoß zum Nachdenken sein: Wie viel Arbeitsteilung ist sinnvoll? Und damit auch: wie viel Globalisierung? Wiegen die Gewinne durch eine höhere Effizienz die Risiken durch immer komplexere Lieferbeziehungen tatsächlich noch auf?

Die Verflechtungen der Unternehmen und Branchen untereinander nehmen, wenn sie niemand bremst, von allein zu. Das liegt an der technischen Entwicklung, ist aber auch eine Art Grundtendenz, vergleichbar dem physikalischen Grundsatz der zunehmenden Entropie oder der allseits bekannten Regel, dass Unordnung von allein entsteht, Ordnung aber nur durch planvolles Handeln. Manchmal kommen politische Entscheidungen hinzu: Die Energiewende etwa sorgt für eine dramatisch steigende Komplexität der Stromversorgung - verbunden mit den entsprechenden Risiken.

Kommentare (7)

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Querdenker

12.05.2012, 14:53 Uhr

Stichwort Energie: Dass Öl mal zur Neige gehen wird, ist bekannt. Dass aber eine wundersame neue Energiequelle gefunden wird, damit ist nicht zu rechnen, wie wir vor einiger Zeit hier in einem Artikel lesen konnten. Und so erscheint jede moderne Strömung wie die Globalisierung, wie die Philosophie von Dinausauriern, die sagen: Wir können nicht aussterben. Dafür sind wir viel zu groß und zu furchteinflößend.

Brasil

12.05.2012, 17:38 Uhr

Die headline laesst einen objektiven bericht erwarten. doch wnn man anfaengt zu lesen, so verdichtet sich der verdacht, dass hier wohl eine werbeschrift der versicherungswirtschaft 1:1 abgeschrieben wurde, oder hat der urspruengliche autor, was ueblich ist, auch gleich eine digitale version bereitgestellt?
Na egal wie, herr wiebe hat sich als agent der anzeigenabteilung hiermit glaenzend bewaehrt. Wenn noch nicht geschehen, so sollte er, wegen seiner imensen begabung, fuer diesen job schnellstens versetzt werden!

Der versicherungswirtschaft ist dieser gelungene vorstoss nicht zu verdenken, machen die doch nur ihren job! Nachdem die clientel fuer das verbrecherische uns staatlich gefoerderte lebensevrsicherungsgeschaeft broeckelt, sucht man halt nach neuen wegen die betrugsmasche weiter zu spinnen und findet auch willige handlanger, wie man hier unschwer erkennen kann.

Eine masche die ich mir merken werde, noch am freitag kurz vor arbeitsende einen digitalen bericht mit markiger und objektiv erscheinender ueberschrift an zeitungsredaktionen gesand und man kann sicher sein, dass sich mangels zeit immer ein sogenannter journalist dranmacht, das noch schnell zu kopieren fuers wochenende um damit sein tagessoll nach minimax methode zu erfuellen!

Es lebe der JOURNALISMUS!

andersalsdieanderen

12.05.2012, 19:05 Uhr

In Anlehnung an den Benutzer BRASIL

Bitte versuchen den Kern des Themas zu treffen. Immer wieder sind es Nebenprodukte eines Themas die mehr polarisieren als das Thema selbst. Die Versicherer sind natürlich am Rande auch integriert aber soll das hier diskutiert werden? Die Risiken der globalen Verpflechtung, das Zustimmen oder Ablehnen sind aus meiner Sicht Kommentarzeilen würdig.

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