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26.08.2014

11:40 Uhr

Kommentar

Wenn Wowereit ein CEO wäre...

VonOliver Stock

... dann würde die Aktie von Berlin heute einen Luftsprung machen. Warum Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zur Belastung wurde. Ein Kommentar.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

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Wäre Berlin ein Unternehmen, seine Bürger die Aktionäre und Klaus Wowereit der Chef des Ladens – dann würde die Berlin-Aktie heute einen Luftsprung machen. An der Börse geht das immer dann so, wenn ein Chef eher als Belastung denn als Zugpferd wahrgenommen wird. Wowereit (SPD) ist nach 13 Jahren als regierender Bürgermeister zur Belastung für Berlin geworden.

Der Mann hatte drei Probleme. Das Sichtbarste: der Flughafen. Als langjähriger Aufsichtsrat hat er das Desaster nicht verhindert, im Gegenteil: Er hat es befördert, indem er aus Lokalpatriotismus mit dafür sorgte, dass lokale Baufirmen eingesetzt wurden, die der Aufgabe nicht gewachsen waren.

Die Folge ist eine teure und hochnotpeinliche Verzögerung des Hauptstadt-Flughafens BER. Sein zweites Problem ist die Partei: Wowereit, der ewig Junge, zählt unter Gabriel zu den Stars von gestern. Die SPD ist weitergezogen, hat sich von der Ära Schröder verabschiedet, sucht nach einem neuen Wirtschaftsprofil. Da passt der Problembär aus Berlin nicht mehr ins Profil.

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Rücktritt von Berlins Bürgermeister

Wowereit kehrt der Politik den Rücken

Ende einer Ära: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat seinen Rücktritt angekündigt. Zum Jahresende will der SPD-Politiker Platz machen. Die möglichen Nachfolger laufen sich schon warm.

Sein drittes Problem: die Stadt. „Arm, aber sexy“, wie der Bürgermeister sie eins beschrieb, das reicht in Wahrheit keinem Berliner mehr. Ihre Stadt, so stellten sie fest, funktioniert nicht wegen Wowereit, sondern trotz Wowereit.

Nachfolger könnte Ulrich Nußbaum werden. Inhaltlich spricht für den Finanzsenator, dass er parteilos ist. So einer kämpft für die Sache und nicht für den Parteifreund, sollte man denken.

Tatsächlich kann aber genau das sein Manko sein. Wer einmal zwischen die Gräben der tief zerstrittenen Berliner Parteien geraten ist, weiß, dass er eine solide Hausmacht braucht. Auch wenn er nur einen Bruchteil der Zeit seines Vorgängers im Amt überleben will.

 

Kommentare (1)

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Herr Ferdinand Loeffler

26.08.2014, 12:43 Uhr

Wenn Wowereit ein CEO wäre...hätte er wahrscheinlich ein ganzes Bündel von Schadensersatzklagen am Hals: Untreue zu Lasten der Aktionäre, Konkursverschleppung, Bilanzfälschung und...und ...und.

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