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27.07.2012

11:19 Uhr

Kommentar

Wie China die Krise bändigte

VonFrank Sieren

Als Einzige der großen Volkswirtschaften kann ausgerechnet China noch normale Wirtschaftspolitik betreiben. Auch wenn die Konjunktur auf einem Dreijahrestief angekommen ist, die wirtschaftliche Lage ist entspannt.

Die Abendsonne lässt Hong Kongs Wolkenkratzer golden strahlen. In der Wirtschaftsmetropole herrscht auch in der Krise Entspannung. AFP

Die Abendsonne lässt Hong Kongs Wolkenkratzer golden strahlen. In der Wirtschaftsmetropole herrscht auch in der Krise Entspannung.

Das ist schon eine verrückte Welt: Ausgerechnet die Kommunisten in China sind die Einzigen unter den fünf größten Volkswirtschaften, die ihre Ökonomie noch normal steuern. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt funktioniert verlässlich wie ein Heißluftballon im Sommerwind. Die EU, Japan, die USA und Brasilien sind seit Jahren in einem permanenten Ausnahmezustand, Europa leidet gar an Panikattacken.

Die Politiker der großen Industrienationen können sich an normale Zeiten schon kaum mehr erinnern, als es noch möglich war, die Wirtschaft mit gewöhnlichen konjunkturellen Methoden zu trimmen, ergänzt durch einen Feuerstoß punktueller Konjunktur- oder Sparprogramme.

In China funktioniert das noch erstaunlich gut. 2008, in der größten globalen Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, war Peking sogar wieder globaler Vorreiter und Stabilisator. Bereits im November begann die Regierung, die Krise mit dem bis dato umfangreichsten Konjunkturprogramm der modernen Wirtschaftsgeschichte zu bekämpfen. Das hat nicht nur China, sondern auch der Welt geholfen.

Frank Sieren ist Bestsellerautor und einer der führenden Chinaexperten. picture-alliance / dpa

Frank Sieren ist Bestsellerautor und einer der führenden Chinaexperten.

Ab Oktober 2010 ging sie dazu über, die überhitzte Wirtschaft wieder abzukühlen. Die Inflation hatte einen Spitzenwert von 6,5 Prozent erreicht. Auch das hat funktioniert. Chinas Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 7,6 Prozent zwar in einem Dreijahrestief, aber noch im Bereich der allgemeinen Erwartungen. Nun muss jedoch wieder mehr Feuer in den Ballon, vor allem, weil die Nachfrage der Europäer nachlässt. Wenn das europäische Wachstum um zwei Prozent einbricht, sinkt Chinas Wachstum schätzungsweise um ein knappes Prozent.

Dass Chinas Wirtschaft im Normalbetrieb läuft, wird deutlich, wenn man die Leitzinsen der führenden Wirtschaftsnationen vergleicht. In den USA liegt der Leitzins seit Dezember 2008 bereits bei rund null Prozent, ebenso in Japan, dessen Krise am längsten dauert. In der EU wurde er gerade auf den historischen Tiefstand von 0,75 Prozent gesenkt. Und auch in Brasilien ist der Leitzins auf seinem historischen Tief, nachdem im vergangenen Jahr das Wachstum von 7,5 Prozent um zwei Drittel gefallen ist.

Kommentare (4)

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Schlonz

27.07.2012, 13:37 Uhr

Das ist ja ein huebscher Lobgesang auf die Chicoms. Nun, eine der haesslichen Tatsachen ist aber, dass China seine Waehrung manipuliert, eine andere ist, dass China auslaendische Unternehmen nur als Minderheitspartner im Land investieren laesst, eine weitere, dass Patente in China offen missachtet werden, eine weitere, dass China mit jedem Gewaltherrscher in Afrika, Iran oder Venezuela schachert, also einen Neokolonialismus betreibt. Und dann haben wir noch einige Millionen leerstehende Luxusapartments in China durch die groesste, staatlich verordnete Immobilienblase der Welt.

Das loben Sie alles in Ihrem Artikel. Meine Guete. Sind Sie ein Verwandter von dem Dutschke-Buerschlein?

Account gelöscht!

27.07.2012, 18:10 Uhr

Ich muß mich dem Vorredner anschließen, diese Verhältnisse wurden von Ihnen leider in dem Bericht völlig ignoriert!

Eurotiker

27.07.2012, 21:42 Uhr

Sie beide sind von unseren Massenmedien Brain-Washed und haben keine Ahnung was eigentlich los ist.
China manipuliert seine Währung? Was glauben Sie eigentlich was die Schweiz, die USA und Europa machen? Die leerstehenden Luxusappartments können sich die Chinesen im Gegensatz zu den Spaniern leisten. Die sind meistens voll bezahlt, wegen restriktiver Kreditvergabe und Mangel an alternativen Anlagemöglichkeiten.

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