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06.01.2012

00:00 Uhr

Kommentar

Wie Geschichte bei der Wirtschaftskrise hilft

VonTorsten Riecke

Ist die derzeitige Situation in Europa mit dem 30-jährigen Krieg vergleichbar oder ähneln die diffusen Zukunftsängste denen beim „Fin de siècle“? Eins ist klar: Märkten und Menschen mangelt es an Zuversicht.

Der ängstliche Blick in die Zukunft hat viel mit dem weltweiten Führungsvakuum zu tun. dpa

Der ängstliche Blick in die Zukunft hat viel mit dem weltweiten Führungsvakuum zu tun.

Das neue Jahr ist eine Woche alt, und die meisten Börsen liegen noch im Plus. Das aber war es dann auch schon mit den guten Nachrichten. Ansonsten haben uns die Probleme des vergangenen Jahres längst wieder eingeholt: Griechenland vor der Pleite, Wulff (fast) vor dem Rücktritt, viele Regionen der Welt am Rande der Rezession.

Kein Wunder, dass die meisten professionellen Propheten bang auf die kommenden zwölf Monate blicken. Sie glauben zwar nicht gleich an den Untergang der Welt. Aber Analysten und Ökonomen rechnen mit einer Achterbahnfahrt auf den Märkten und suchen verzweifelt nach Halt.

Da die Profis mit ihren Zukunftsmodellen in der Finanzkrise fürchterlich auf die Nase gefallen sind, kramen sie jetzt im Archiv nach historischen Vorbildern für das, was uns erwartet. „FT“-Kolumnist Wolfgang Münchau sieht angesichts der verfahrenen Situation in Europa sogar einen neuen 30-jährigen (Wirtschafts-)Krieg heraufziehen - nicht so blutig, aber ökonomisch mit ähnlich katastrophalen Folgen.

Größer sind die Parallelen allerdings zur diffusen Zukunftsangst des Fin de siècle, die während der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert das Lebensgefühl in Europa bestimmte. Dass der französische Kulturpessimist Jean-Jacques Rousseau in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag feiert, mag noch ein Zufall sein. Das wiederaufkeimende Interesse am deutschen Untergangsphilosophen Oswald Spengler ist es nicht.

Historische Vergleiche hinken zwar immer, weil sich Geschichte nicht wiederholt. Aber sie können helfen, die aktuellen Gefahren besser zu erkennen. Nur so lässt sich vermeiden, was derzeit viele befürchten: eine unkontrollierte, weltweite Wirtschaftskrise mit politischen und sozialen Verwerfungen.

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Der ängstliche Blick von Märkten und Menschen in die Zukunft hat viel mit dem weltweiten Führungsvakuum zu tun. In Amerika weiß niemand, wer demnächst ins Weiße Haus einzieht und welche Politik dort künftig gemacht wird. In Russland ist zwar klar, dass Putin die Präsidentschaftswahl Anfang März gewinnen wird. Doch hier fürchtet die Mittelklasse, dass er zu einem neuen Breschnew werden könnte, der die Modernisierung und Öffnung des Landes verhindert.

Kommentare (1)

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EuroTanic

07.01.2012, 20:46 Uhr

"Anfang des vergangenen Jahrhunderts brauchte es einen Krieg, um eine neue Ordnung zu erzwingen"
Die neue Ordnung war immer die alte Ordnung. Das ist das System. Die Finanzmafia und die wenigen globalen selbsternannten Eliten hat über Jahrhunderte alle Konflikte auf allen Seiten finanziert. Weil sie Geld daran verdienen und sich diese kriminellen Psychopathen am Macht und am Leid anderer Menschen ergötzen. Bitte mal nach politischer Ponerologie googlen.

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