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29.07.2014

18:13 Uhr

Kommentar zu Russland-Sanktionen

Endlich!

VonMaike Freund

Die Europäische Union hat ein Machtwort gesprochen und ist sich einig. Die Sanktionen gegen Russland werden verschärft. Das wurde auch Zeit.

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Maike Freund ist Politik-Redakteurin.

Lange hat es gedauert – genau genommen zwölf Tage nach dem Abschuss der Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine. Doch nun sind sie beschlossene Sache: Die Sanktionen der Stufe drei gegen Russland. Endlich.

Bisher waren die Sanktionen der EU eher lächerlich. Die Maßnahmen gegen einzelne russische Geschäftsmänner und Politiker ließen Waldimir Putin nur müde mit den Schultern zucken. Zu mehr konnten die Sanktiönchen den Kremlchef nicht verleiten. Kein Wunder. Die Strafmaßnahmen taten ihm ja auch nicht weh.

Doch nun wird das anders aussehen. Denn nun setzt die EU da an, wo es Russland zu spüren bekommen wird: am Rüstungsmarkt, bei der Hochtechnologie, am Finanzmarkt. Experten warnen jetzt schon vor einer Rezession in Russland. Nun macht die EU ernst.

Und das war auch höchste Zeit. Denn bisher hat die Europäische Union zwar den Krieg in der Ukraine laut kritisiert, zeigte sich empört über die völkerrechtswidrige Annektierung der Krim durch Russland und war natürlich empört über Russlands Gebaren nach dem Abschuss des Passagierflugzeugs. Doch gleichzeitig liefen die Rüstungsverträge mit Russland weiter. Wenn das nicht scheinheilig ist.

Umso wichtiger, dass sich die 28 EU-Länder nun auf eine Linie geeinigt haben. Denn das lange Zögern hat die EU einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit gekostet.

Kommentare (67)

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Herr C. Falk

29.07.2014, 18:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Norbert Wolter

29.07.2014, 19:27 Uhr

Ein sehr lesenswerter Beitrag des russischen Schriftstellers Kaminer.
Besonders die Passage über die in die Enge getriebene Ratte gefällt mir.

http://www.spiegel.de/panorama/wladimir-kaminer-ueber-die-sanktionen-gegen-russland-a-983180.html#ref=plista

Herr C. Falk

29.07.2014, 19:42 Uhr

Soweit ich mich erinnere, hat Putin in seiner Kindheit oder Jugend einmal eine Ratte beobachtet, die in die Enge getrieben, nicht kapituliert hat, sondern anfing zu kämpfen. Diese kämpfende Ratte hatte die Bewunderung des jungen Putin bekommen. (Was ich übrigens nachvollziehen kann).

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