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02.02.2012

06:17 Uhr

Kommentar

Zuckerberg und seine Mission

VonAxel Postinett

Facebook strebt an die Börse und Mark Zuckerberg macht in seinem Brief an die zukünftigen Aktionäre keinen Hehl aus seinen Ambitionen: Er will eine soziale Mission erfüllen. Doch lässt sich das mit einem IPO kombinieren?

Axel Postinett, Korrespondent an der Westküste der USA und Experte für IT-Themen. Pablo Castagnola

Axel Postinett, Korrespondent an der Westküste der USA und Experte für IT-Themen.

Mark Zuckerberg hat eine Mission. Er will seine Aktivitätenüber die ganze Welt undüber alle Industrien ausbreiten. „Facebook war nicht als Unternehmen geschaffen worden – es wurde geschaffen, um die Welt zu einem offeneren und besseren Platz zu machen.“ Starke Worte.

Und es kommt noch besser: „Einfach gesagt: wir starten keine Dienst um Geld zu verdienen, wir verdienen Geld um Dienste zu starten.“ Doch damit hört es noch lange nicht auf: „Wir erwarten von jedermann bei Facebook sich jeden Tag darauf zu fokussieren, in allem was wir machen echte Werte für die Welt zu schaffen.”

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es erinnert verdächtig an den legendären Brief der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page, in dem ihr berühmtes Mantra „Don’t be evil“ - sei niemals böse - formulierten.

Mark Zuckerberg hat Großes vor. Reuters

Mark Zuckerberg hat Großes vor.

Hier wie dort hehre Leitsätze, die es in einer Industrie zu verteidigen gilt, in der nur Quartalsergebnisse zählen und Aktienkursentwicklung. Google musste bereits leidvoll erfahren, sei es in der Zensurdebatte um China,, dem Umgang mit privaten Informationen  oder dem Vorwurf der Manipulation von Suchergebnissen,  wie schnell man einen solchen Ruf verspielen kann. Mark Zuckerberg wird die gleichen Erfahrungen machen müssen – und mit ihm die künftigen Aktionäre.
Dieser Mann ist auf einer Mission. Das sollten künftige Aktionäre wissen. Und er hat sich über Stimmrechtsbündelung eine Mehrheit erschaffen, die ihn nicht nur alle wichtigen Geschicke lenken lässt. Diese Mehrheitsposition kann er sogar für den Fall seines Todes vererben an einen Nachfolger seiner Wahl - König Mark I.
Der eingereichte Börsenprospekt gibt von den Zahlen nichts her, was eine Bewertung von 75 oder gar 100 Milliarden Dollar für Facebook rechtfertigen könnte. 2,7 Milliarden „Likes“ und Kommentare  und 250 Millionen hochgeladene Fotos pro Tag sind klingen imposant. Aber sie sind noch kein Wert an sich.

Kommentare (3)

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KFR

02.02.2012, 08:30 Uhr

yeah bitte alle Aktien kaufen, sonst lohnt sich Strafe für sittenwiedriges Verhalten und Ausplünderung der Userdaten ( 2% Umsatz in der EU ) nicht !
Diese Scheinheiligkeit ist so langsam zum K****

Pendler

02.02.2012, 14:01 Uhr

tja KFR, ekelhaft, dass jeder nur das bei anderen sieht, was er selbst ist, ne?

Account gelöscht!

02.02.2012, 15:49 Uhr

Ich bin mir nicht sicher, ist das nun ein Soziales Netzwerk oder ein A-Soziales Netzwerk. Meine Freunde jedenfalls sind real, ich kann sie anfassen, fühlen, hören, riechen. Un das ist gut so.

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