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02.04.2014

16:27 Uhr

Kommentar zur Barcelona-Strafe

Schluss mit dem Kinderhandel

VonDésirée Linde

Früheste Talentförderung oder moderner Menschenhandel? Die Strafe gegen den FC Barcelona, der regelmäßig Kinder verpflichtet, zeigt jetzt deutlich: Die Fifa hat dem Geschacher um Kinderkicker den Kampf angesagt. Endlich!

Verpflichtet mit elf: Der Japaner Takefusa Kubo kickt beim FC Barcelona. Imago

Verpflichtet mit elf: Der Japaner Takefusa Kubo kickt beim FC Barcelona.

DüsseldorfDie Strafe ist so drastisch wie richtig: Der FC Barcelona darf zwei Wechselphasen keine Spieler mehr kaufen, weil er – so sieht es die Fifa – zwischen 2009 und 2013 zu junge Spieler verpflichtet hat. Neu ist der Kampf um Talente, die kaum dem Sandkasten entwachsen sind, nicht. Neu ist nur, mit welchen Mitteln und welcher Vehemenz er geführt wird. Dem will die Fifa jetzt einen Riegel vorschieben.

Die Scouts der Top-Vereine suchen in immer kleineren Klubs nach Kindern, die das Versprechen auf einen neuen Lionel Messi bergen. Die kleinen Wunderkicker ziehen entweder mit ihren Familien um oder leben bei Gasteltern. Prominente Beispiele sind Lionel Messi, der mit 13 Jahren auf Barcelonas Nachwuchs-Akademie La Masia kam. Oder die spanischen Fußballer Cesc Fàbregas und Philippe Senderos, die von ihrer Gastmutter in einem kleinen Renault 5 zu den Champions-League-Spielen ihres Klubs FC Arsenal gefahren worden sein sollen. Das sind freilich noch die „älteren Ausnahmen“: Fàbregas und Senderos waren knapp 18 und 16 bei ihren Wechseln.

Handelsblatt-Autorin Désirée Linde

Handelsblatt-Autorin Désirée Linde

Der FC Barcelona hat allerdings Ende 2011 auch den elfjährigen Japaner Takefusa Kubo verpflichtet. Und der englische Erstligist FC Chelsea handelte sich eine Transfersperre der Fifa ein, weil er einen 15-jährigen Franzosen mit einer üppigen Prämie zum Vertragsbruch beim RC Lens angestiftet haben soll.

Im selben Jahr stand Manchester United in der Kritik, weil der Klub den fünfjährigen Charlie Jackson auf seine Jugendakademie holte. Offiziell dürfen auf der Insel Kinder ab acht Jahren einen Vertrag unterzeichnen – mit zweijähriger Laufzeit.

Die Vereine beharren stets darauf, dass es ihnen um die beste Förderung von Talenten geht. Wechselt ein Kind erst mit 16 statt mit zehn Jahren auf die Ausbildungsakademie des FC Barcelona, wird es vielleicht nie sein volles Potential ausschöpfen. Es könnte entscheidende Jahre in seiner fußballerischen Entwicklung verlieren. Und außerdem bedarf ein Wechsel auf eine der Top-Fußballakademien stets der Zustimmung der Eltern. Oft reisen die Eltern sogar mit dem Kind. Überzieht die Fifa also?

Kommentare (2)

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02.04.2014, 16:45 Uhr

Das "kriminelle Mafia-Kartell FIFA" ist doch null glaubwürdig: Macht hier auf Moral und Ethik. Soso. Aber die zig Toten beim Bau der WM-Stadien spielen natürlich keine Rolle. Pfui Teufel. Fussball ist KEIN SPORT- nur ein perfides Propaganda-Instrument.

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02.04.2014, 18:10 Uhr

Eine Frage wäre in dem Artikel noch klärenswert gewesen.

In wie weit stellt die FIFA derartiges Handeln schon unter Strafe? Gibt es dazu klare regeln?

Wenn ja sehr gut!

Wenn Nein sind derartige Strafen nicht korrekt.

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