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15.03.2006

16:45 Uhr

Kommentar zur Cebit 2006

„Digital Living“ verlangt nach Integration

VonRudi Kulzer

Die Halle 27 stand Mittelpunkt der Diskussion auf der Abschlußkonferenz des Cebit 2006. In dem an der Westflanke gelegenen Ausstellungsraum versuchte der Veranstalter unter dem Motto "Digital Living" - das kann etwa mit Digitaltechnik in allen Lebensbereichen übersetzt werden - die rasche Entwicklung der Unterhaltungselektronik mit in die Cebit zu integrieren.

Rudi Kulzer ist Technik-Experte von Handelsblatt.com

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Die Sonderschau war als Versuchballon angelegt, der ein interessantes Ergebnis brachte: Fast alle Besucher dieser Halle kamen von der Cebit, nur eine verschwindend geringe Zahl von außen. Cebit-Chef Ernst Raue nannte dazu konkrete Zahlen. So seien über gesonderte Drehkreuze etwa 150 000 Besucher in der Halle 27 gezählt worden. Davon waren etwa 98 Prozent in Besitz einer teuren Eintrittskarte für die weltgrößte Computer-, Büro und Telekommunikationsmesse. Von anderen interessierten Endverbrauchern wurde die Sonderschau "Digital Living" somit nicht angenommen.

Dieses Ergebnis lässt die niedersächsischen Messe-Macher einerseits aufatmen, zwingt sie aber andererseits weiter zu kreativen Anstrengungen. Die Frage bleibt nämlich, wie das Thema Verbraucher- und Unterhaltungselektronik angemessen in die Businessmesse Cebit zu integrieren ist. Die Cebit sei nach wie vor eine Business-to-Business Messe, betonte Raue. Das sei auch die Grundlage für den anhaltenden Erfolg der Cebit. Ohne diesen Ansatz würden die Aussteller nicht die hohen Investitionen auf sich nehmen, wie sie bei dem Konzept der Cebit notwendig seien. Als Endverbrauchermesse würde die Cebit ein ähnliches Schicksal erleiden wie viele andere ITK-Messen weltweit, die es nicht mehr gibt oder die kurz vor dem Aufgeben stünden.

Wie groß die Herausforderung der Integration ist, war den Vertretern der Messe und des Branchenverbandes Bitkom zum Cebit-Schluss deutlich anzumerken. Im kommenden Jahr wird es aber wohl keine Sonderhalle mehr geben. Das Thema wird noch stärker als in diesem Jahr in den einzelnen Technikbereichen oder in integrierten Sonderschauen zu finden sein. Man darf gespannt sein, welch kreatives Potential in der riesigen Organisation der Deutschen Messe AG steckt. Die diesjährigen Sonderveranstaltungen "Navigation und Telematic" sowie die Funketikettenschau RFID waren bereits jetzt ein großer Erfolg.

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