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11.06.2014

11:50 Uhr

Kommentar zur Gewinnwarnung

Lufthansa schockiert die eigenen Fans

VonTobias Döring

Vor nicht einmal sechs Wochen hat sich Christoph Franz bei der Lufthansa verabschiedet. Jetzt entpuppt er sich als Josef Ackermann der Lufthansa. Denn sein Nachfolger muss das Gewinnziel kassieren – die Aktionäre büßen.

Als „Fanhansa“ macht die Lufthansa derzeit Werbung rund um die Fußball-WM. Für die Aktionäre gab es am Mittwoch eine erschreckende Nachricht. PR/Lufthansa

Als „Fanhansa“ macht die Lufthansa derzeit Werbung rund um die Fußball-WM. Für die Aktionäre gab es am Mittwoch eine erschreckende Nachricht.

Nicht einmal sechs Wochen ist es her, dass Christoph Franz viel Lob bekam. Auf der Hauptversammlung in Hamburg verabschiedeten ihn die Lufthansa-Aktionäre gnädig: Der Aktienkurs hatte neue Höhen erreicht und Franz den Anteilseignern wieder eine Dividende versprochen.

Wen störte da schon, dass der Nettogewinn in seinem letzten Amtsjahr um drei Viertel eingebrochen war? Oder dass der Wahl-Schweizer sich nach nur gut drei Jahren an der Spitze von Deutschlands größter Fluggesellschaft zum Pharmariesen Roche verabschiedete?

Die Anleger spielten damals heile Welt. Statt Franz bekamen ausschließlich die streikenden Piloten ihr Fett weg. Heute wissen es die Aktionäre besser: Franz hat seinem Nachfolger nicht nur viele offene Baustellen hinterlassen, sondern auch zu hoch gesteckte Ziele. Die musste Carsten Spohr am Mittwochmorgen erst einmal kassieren, der Kurs ist eingebrochen.

Im laufenden Jahr wollte die Lufthansa ihren operativen Gewinn auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro verdoppeln. Nach dem Kappen des Ziels bleibt davon nur rund eine Milliarde Euro über. In 2015 sollen nun zwei statt 2,65 Milliarden Euro rauskommen, aber nur bei stabilen Rahmenbedingungen.

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