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06.05.2013

10:59 Uhr

Kommentar zur Lufthansa

Wenn der Mob regiert

VonOliver Stock

Großaktionäre verhindern den Stabswechsel im Aufsichtsrat der Lufthansa. Tun sie sie damit dem Unternehmen oder nur sich selbst einen Gefallen?

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Die Lufthansa kann sich einen neuen Aufsichtsrat zusammensuchen. Wolfgang Mayrhuber, viele Jahre Chef des Unternehmens und seither Aufsichtsratsvorsitzender in Wartestellung, hat seine Bewerbung um das Spitzenamt zurückgezogen, weil er Gegenwind von den Aktionären befürchten muss. Das Ganze ist mehr als peinlich: Mayrhuber hatte sich lange vorbereitet, war extra zwei Jahre in eine sogenannte Abkühlungsphase gegangen, um nun den neuen Job regelgerecht antreten zu können. Daraus wird nichts. Dazu kommt: Morgen ist Hauptversammlung der Lufthansa, das Unternehmen steht blamiert vor seinen Eigentümern. Wahrscheinlich muss der derzeitige Aufsichtsratschef Jürgen Weber bis auf weiteres sein eigener Nachfolger bleiben.

Was nach einem Staatsstreich der Aktionäre aussieht, nennt sich Aktionärsdemokratie: Großinvestoren und ihre Berater haben sich gegen Mayrhuber ausgesprochen. Sie halten ihn für überbeschäftigt, weil er etwa bei UBS, Infineon und Münchner Rückversicherung bereits Kontrollposten innehat. Und sie halten ihn auch nicht für den besten, weil er die Lufthansa während seiner Zeit im Pilotensessel zwar durch Zukäufe vergrößert hat, aber ihre Effizienz vernachlässigte. Dass sein Nachfolger als CEO Christoph Franz bei den Kosten jetzt so sehr auf die Bremse drückt, hängt auch damit zusammen, dass Mayrhuber vorher so sehr Gas gegeben hat.

So weit, so gut. Die Kehrseite der Aktionärsdemokratie sieht jedoch so aus: Eigentümer, die auf Kursexplosionen und Dividende aus sind – das sind garantiert nicht diejenigen, die für eine langfristige Entwicklung des Unternehmens förderlich sind. Die Lufthansa könnte unter ihren selbstbewussten Aktionäre eher leiden, als dass sie Fortschritte macht. Wenn das passiert, dann ist aus der Aktionärsdemokratie im Handumdrehen ein Aktionärsmob geworden. Und wenn der Mob regiert hat niemand mehr etwas zu lachen.

Kommentare (16)

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Sachsensumpf

06.05.2013, 11:21 Uhr

TUEN????

Herr Stock, haben Sie das selbst geschrieben?

Magicien

06.05.2013, 11:28 Uhr

Das Wort "Mob" ist völlig unpassend!

Magicien

06.05.2013, 11:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Stock,

ein Mann des Wortes sollte wissen, welche er wählt. "Mob" ist völlig daneben. Wenn Aktinäre Vorbehalte haben und diese offen und frühzeitig äußern, dann ist es ihr gutes Recht. Ebenso, wenn der Kandidat zurückzieht.

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