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07.07.2014

12:42 Uhr

Kommentar zur Sicherheit im Flugverkehr

Zeig mir Deinen Akkustand!

VonTobias Döring

Die USA wollen keine leeren Smartphones mehr an Bord von bestimmten Flügen zulassen. Passagiere könnten außerdem intensiver abgetastet werden. Die Maßnahmen dokumentieren die Hilfslosigkeit der US-Sicherheitsbehörden.

Ladeanzeige eines Smartphones: Wenn der Akku schwächelt, erhält das Gerät auf US-Verbindungen bald Flugverbot. Imago

Ladeanzeige eines Smartphones: Wenn der Akku schwächelt, erhält das Gerät auf US-Verbindungen bald Flugverbot.

Wenn Sie in Zukunft in die USA fliegen wollen, laden Sie vorher besser den Akku Ihres Smartphones auf. Am besten machen Sie ihn ganz voll. Denn sonst könnte das Personal Ihr iPhone oder Samsung Galaxy bald einkassieren, wenn es am Sicherheitscheck heißt: Zeig mir deinen Akkustand!

„Geräte ohne Strom werden nicht an Bord zugelassen“, teilte das US-Amt für Verkehrssicherheit am Sonntag mit. Bei bestimmten Direktflügen in die Vereinigten Staaten müssen Passagiere daher ihr Smartphone oder Tablet womöglich abgeben, wenn sich das Gerät nicht mehr einschalten lässt. Denn dann könnte sich statt eines Akkus ein Sprengsatz im Gehäuse verbergen, so offenbar die Vermutung der Sicherheitsexperten.

Die US-Behörden wittern eine erhöhte Terrorgefahr: Isis-Kämpfer haben den Irak mit Gewalt überzogen, Rückkehrer aus dem „Heiligen Krieg“ mit einer europäischen oder amerikanischen Staatsbürgerschaft könnten versuchen, neuartige Sprengstoffe für Anschläge in der Luft einzusetzen. Deswegen führt die US-Behörde auch eine zweite Maßnahme ein: Einzelne Passagiere könnten ein weiteres Mal abgetastet werden. Ob das potenzielle Attentäter wirklich abschreckt?

Tobias Döring ist Unternehmensredakteur bei Handelsblatt Online Frank Beer für Handelsblatt

Tobias Döring ist Unternehmensredakteur bei Handelsblatt Online

Die Terrorgefahr ist der Welt schon seit dem 11. September 2001 schmerzlich bewusst. Smartphones oder Tablets werden schon jahrelang mit an Bord genommen – und dennoch reagieren die Sicherheitsbehörden erst jetzt.

Den USA Panikmache vorzuwerfen ist nicht angebracht, Hilflosigkeit dagegen umso mehr. Die Ankündigung zeigt, dass den USA offensichtlich keine Antwort darauf einfällt, wie der globale Luftverkehr in seiner heutigen Dimension weiter bestehen und wie gleichzeitig die Gefahr vor Terroranschlägen auf ein Minimum reduziert werden kann.

Denn die Wahrheit ist, dass Flüge weitaus teurer werden würden und das Reisen langwieriger, wenn man durch die Sicherheitschecks das Fliegen auch tatsächlich sicherer machen will. Drei Stunden vor dem Abflug nach New York anstellen am Check-In-Schalter – das würde bei weitem nicht mehr reichen, wenn zusätzliche Sicherheitsstufen eingeführt und immer die neueste Technik angeschafft würde. Hin- und Rückflug über den Atlantik für gerade einmal 600 Euro könnten Passagiere dann auch vergessen, denn mehr Personal und neue Maschinen kosten Geld.

Kommentare (2)

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Herr peter Spirat

07.07.2014, 12:55 Uhr

Handy ist Wanze, die von NSA (auch ausgeschaltet) aktiviert werden kann

Nix Akku = Nix Wanze

Nix Wanze, du unbrauchbar

Herr Alfred E. Neumann

07.07.2014, 14:46 Uhr

Herr Peter Spirat: wenn das mal kein Verfolgungswahn ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Dass die NSA sämtlichen Internetverkehr überwacht ja, aber sie gehen da definitiv zu weit. Fletcher's Visionen ist bestimmt ihr Lieblingsfilm. Würde mich zumindest nicht wundern. ;o)

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