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19.08.2012

14:09 Uhr

Kongresse, Termine, Vereine

Das bittere Los des Aufsichtsrats

VonDieter Fockenbrock

Auf dem Weg zum Aufsichtsrat braucht man vor allem eins - Zeit. Denn für jeden Eifrigen, der sich qualifizieren will, gibt es jede Menge Termine. Die wichtigsten im Überblick.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Gerhard Cromme. dapd

Der Aufsichtsratsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Gerhard Cromme.

Sie möchten Aufsichtsrat werden? Professionell, unabhängig und qualifiziert? So wie das heute von einem guten Unternehmensaufseher erwartet wird. Kein Problem. Wichtigste Bedingung: Bringen Sie genügend Zeit mit. Klar, werden Sie antworten. Aufsichtsratstätigkeit sei kein Gelegenheitsjob mehr. Die Zeiten der Abnickrunden ohne große Vorbereitung seien vorbei. So weit sind wir aber noch gar nicht.

Zeit brauchen Sie erst einmal reichlich, um sich zu qualifizieren. Sie hätten beispielsweise Ende Mai auf den „1. Deutschen Aufsichtsratstag“ mit der Frage nach dem Leitbild des modernen Aufsichtsrats gehen können. In der Landeshauptstadt Düsseldorf stellte sich die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland e.V. bei dieser Gelegenheit einem breiten Publikum vor. Wenn Sie den Termin verpasst haben: Im November lädt die Vereinigung zu ihrem zweiten Treffen ein.

Drängt Ihre Zeit, könnten Sie zwischendurch den „Frankfurter Aufsichtsratstag“ Anfang September besuchen. Es ist auch der erste seiner Art. Das Programm steht zwar noch nicht so ganz, aber es sind ja noch ein paar Tage Zeit. Dort könnten Sie dann die Mitglieder des ebenso neu gegründeten Arbeitskreises deutscher Aufsichtsrat kennenlernen. Schon eingeführt ist dagegen das „Düsseldorfer Aufsichtsrats Symposium“ veranstaltet vom Deutschen Verwaltungs- und Aufsichtsratsinstitut. Nächster Termin ist ebenfalls im November dieses Jahres.

Von den Seminarangeboten und Kongressen zum Thema Unternehmenskontrolle will ich an dieser Stelle erst gar nicht berichten. Das alles ist Ihnen zu viel, zu verwirrend? Dann vielleicht lieber das Original. Die Jahreskonferenz deutscher Corporate Governance Kodex in Berlin, immer Mitte Juni in Berlin, immer im plüschigen Edelhotel Kempinski. Den Termin gibt es schon seit elf Jahren. Veranstalter ist die von der Bundesregierung eingesetzte Kodex-Kommission unter Leitung von Klaus-Peter Müller, im Hauptberuf Aufsichtsratschef der Commerzbank.

Dieter Fockenbrock

Der Autor

Dieter Fockenbrock ist Chefkorrespondent im Ressort Unternehmen & Märkte.

Es gibt noch mehr Vereinigungen und Initiativen, die sich um das Wohl der Firmenkontrolleure kümmern. Einige mit regionalem Charakter, andere berufsorientiert wie beispielsweise die Financial Experts Association e.V. Vereine zu gründen, das ist eine deutsche Leidenschaft. Der Boom in Sachen Aufsichtsrat lässt sich aber erklären. Erst ein Jahrzehnt nachdem die heimische Wirtschaft von der Politik gezwungen worden ist, den Komment der alten Deutschland AG durch international anerkannte Standards der Unternehmensführung und Kontrolle zu ersetzen, wird vielen Managern und Aufsehern bewusst, dass Professionalität ein ernsthaftes Thema ist.

Dazu beigetragen haben die Anwälte, die aus eigenem Interesse heraus nicht müde werden, die Haftungsrisiken an die Wand zu malen. Erste Prozesse um das ehemalige Porsche-Management oder VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch helfen ihnen dabei. Immer neue Initiativen und Angebote drängen auf den Markt. Allein die 160 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften müssen 1000 Aufsichtsratsposten besetzen. Da lockt großes Geschäft.

Welcher Termin ist für Sie als Aufsichtsrat denn nun empfehlenswert? Oder sollten Sie sich besser qualifizierungsresistent zeigen, um nicht Gefahr zu laufen, viel Geld auf mittelmäßigen Veranstaltungen zu vergeuden? Schwer zu sagen. Falls Sie aber in diesem Dschungel das Richtige für sich finden, dann haben Sie die erste Qualifizierungshürde für einen guten Aufsichtsrat schon genommen. Sie haben die richtigen Fragen gestellt und die richtigen Schlüsse daraus gezogen.

Kommentare (1)

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21.08.2012, 01:55 Uhr

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