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27.01.2010

17:50 Uhr

Konjunktur

Wir dürfen den Aufschwung nicht abwürgen

VonTorsten Riecke

Die Davos-Gemeinde ist von einem raschen Aufschung noch nicht überzeugt. Das größte Risiko bildet der staatliche Schuldenberg.

Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." So könnte man die skeptische Reaktion der Davos-Gemeinde auf die optimistische Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf den Punkt bringen. Das ist vor allem deshalb verblüffend, weil das World Economic Forum in früheren Jahren immer ein Ort der Zuversicht war. Seit der Krise hat sich die globale Befindlichkeit jedoch dramatisch verändert. Zu tief sitzt der Schock der globalen Elite noch in den Knochen. Zu misstrauisch blickt die Führungsschicht in eine Zukunft, die von erheblichen Risiken bedroht wird.

Ganz oben auf der Gefahrenskala steht der wachsende Schuldenberg vieler Staaten. Die Handlungsspielräume vieler Regierungen sind dadurch auf ein Minimum geschrumpft. Hier steckt nicht nur ein wirtschaftliches Risiko für den noch wackligen Aufschwung, sondern auch ein politisches und soziales. Die Bevölkerung in den meisten Ländern ist nämlich nicht darauf vorbereitet, den Gürtel noch enger zu schnallen.

Die zweite große Gefahr ist, dass das berechtigte Bedürfnis nach einer strengeren Finanzaufsicht zu einem Stolperstein für den Aufschwung wird. Selbst demütige Banker warnen in Davos davor, die Geldhäuser durch Strafsteuern und Zerschlagung in die Steinzeit des Bankings zurückzuwerfen. Risikobereite, innovative Banken sind auch in Zukunft die Voraussetzung für jedes Wachstum. Daher sollten wir bei der Finanzreform sehr umsichtig zu Werke gehen und darauf achten, dass wir den Aufschwung nicht durch einen Rachefeldzug abwürgen.

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