Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2007

05:54 Uhr

Kosovo

Die Herausforderung

VonReinhold Vetter

Die langfristige Stabilisierung des Kosovos gehört mit zu den größten Herausforderungen der deutschen EU-Präsidentschaft. Doch die Entscheidung über den künftigen Status der Balkanprovinz ist schwierig.

Während die albanische Bevölkerungsmehrheit einen unabhängigen Staat anstrebt, sieht die serbische Minderheit den Kosovo auch künftig als Teil Serbiens. Dennoch scheint Berlin bereit zu sein, sich dieser Aufgabe zu stellen. Vermutlich gleich nach der serbischen Parlamentswahl am 21. Januar wird der finnische Uno-Beauftragte Martti Ahtisaari seinen Plan für die Perspektive des Kosovos vorlegen. International geht man davon aus, dass er für eine bedingte Souveränität der Provinz unter Aufsicht der EU plädieren wird. Serbien soll dieser Plan wohl mit einer EU-Perspektive schmackhaft gemacht werden.

Viel spricht jedoch dafür, dass eine derartige Lösung sowohl den Albanern als auch den Serben von außen aufgezwungen werden muss. Das geht aber nur, wenn die internationale Gemeinschaft an einem Strang zieht. Und danach sieht es bislang nicht aus. Während Washington eine baldige, kaum konditionierte Unabhängigkeit des Kosovos wünscht, denkt man in Moskau eher an einen Verbleib der Provinz bei Serbien. Deutschland und die meisten anderen EU-Staaten plädieren dagegen für eine bedingte und in Etappen zu vollziehende Souveränität im Rahmen einer zügigen Anbindung an die Gemeinschaft. Wenig umstritten ist dagegen der Plan, die Hauptverantwortung für den Kosovo möglichst schnell von den Vereinten Nationen auf die EU zu übertragen. Deshalb plant man schon jetzt den größten internationalen Kriseneinsatz in der Geschichte der Gemeinschaft, dessen Federführung für sechs Monate in Berlin liegt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×