Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2006

15:00 Uhr

Landesbanken

Koch & Fischer

VonHermann-Josef Knipper

Die drängende Stärkung und Straffung der Sparkassen- und Landesbankenlandschaft, die immerhin die Hälfte des deutschen Finanzsektors repräsentiert, ist ein Thema, mit dem man in Deutschland nur anecken kann.

Es gibt nicht viele Politiker und Banker in Deutschland, die es wagen, mehr als nur möglichst unauffällige Trippelschritte zur Modernisierung der öffentlich-rechtlichen Kreditwirtschaft zu tun. Die drängende Stärkung und Straffung der Sparkassen- und Landesbankenlandschaft, die immerhin die Hälfte des deutschen Finanzsektors repräsentiert, ist ein Thema, mit dem man in Deutschland nur anecken kann. Das Land der Dichter und Denker geriert sich einmal mehr als Hort der Bremser und Bedenkenträger.

Etwa in der Politik, weil Populisten die kleine Sparkasse um die Ecke zur Madonna des Mittelstands hochstilisieren und doch nur an Pfründen und Pöstchen hängen. Oder in der Sparkassenorganisation, wo allein der Gedanke an vertikale Fusionen zwischen Landesbanken und Sparkassen das Karriereende bedeutet.

Umso wichtiger ist, dass sich Hessens Ministerpräsident Koch und WestLB-Chef Fischer entschlossen haben, pragmatisch Bewegung in die zähe, viel zu überfrachtete Debatte zu bringen. Der Politiker Koch und der Banker Fischer kämpfen vor und vor allem hinter den Kulissen darum, dass nicht noch mehr Zeit verstreicht.

Koch will das hessische Sparkassengesetz lockern, um Fusionen zwischen einzelnen Instituten und mit der Landesbank zu erleichtern, damit sich schlagkräftigere Einheiten bilden können. Und natürlich auch, damit Kommunen bei Bedarf endlich das Recht erhalten, ihr Sparkassen-Eigentum zu versilbern, statt Kindergärten und Schulen verkommen zu lassen.

Fischer will erreichen, dass die von ihm im Rekordtempo sanierte WestLB ein zukunfts- und gewinnträchtiges Geschäftsmodell findet. Beides würde den Finanzplatz Deutschland deutlich voranbringen, würde Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln. Deshalb verdienen beide Reformer mehr Unterstützung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×