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28.01.2008

13:56 Uhr

Landtagswahlen

Kommentar: Fünfparteienlandschaft wird Realität

VonBarbara Gillmann

Die Linke ist im Westen angekommen, der Triumphzug des sozialistischen Racheengels Oskar Lafontaine hat begonnen.

Die Linke ist im Westen angekommen, der Triumphzug des sozialistischen Racheengels Oskar Lafontaine hat begonnen. Der Sprung in den Bremer Senat konnte noch als Ausrutscher abgetan werden – jetzt sitzt die Linke auch in den Parlamenten von Niedersachsen und Hessen.

Es werden nicht die letzten sein: Auch in Hamburg dürfte der Bund aus SED-Nachfolgern und enttäuschten Sozialdemokraten im Februar in den Senat der Hansestadt einziehen. Das Fünfparteiensystem, im Bund schon länger existiert, wird flächendeckend Realität.

Gewiss, in Bremen haben die Sozialisten seit Amtsantritt nur Chaos produziert. Wer nun aber hofft, die Linke werde sich im Westen generell alsbald durch Inkompetenz selbst zerlegen, sollte vorsichtig sein. Denn anders als bei den vielen kläglich gescheiterten Versuchen von rechts, etwa der Schill-Partei in Hamburg, steht hinter den noch hilflos und täppisch agierenden Linken eine mächtige Organisation: Die Ost-Linken sind schon lange Teil des Systems, viele West-Sozialisten bringen Erfahrung aus den Apparaten der SPD und der Gewerkschaften mit.

Vor allem SPD und Grüne müssen also umgehend eine wirksame Gegenstrategie entwickeln, wie sie der Linken inhaltlich das Wasser abgraben wollen. Und die FDP wird gezwungen sein, ihre Koalitionsoptionen neu zu überdenken – nicht nur in Hessen.

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