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29.12.2014

13:16 Uhr

Linksradikale in Griechenland

Die Neuwahl bringt alte Sorgen zurück

VonGerd Höhler

In Griechenland stehen Neuwahlen an – und die Unsicherheit kehrt zurück. Investoren werden abwarten, Anleger könnten Gelder abziehen. Es droht ein Sieg des radikal-linken Bündnisses Syriza, das mit kruden Ideen wirbt.

Präsidentenwahl gescheitert

Griechenland vor Neuwahlen

Präsidentenwahl gescheitert: Griechenland vor Neuwahlen

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AthenStavros Dimas hat es nicht ins griechische Präsidentenamt geschafft. Auch im dritten Anlauf verfehlte der 73-jährige frühere EU-Kommissar die erforderliche Mehrheit. 180 Stimmen hätte er benötigt, um zum neuen Staatsoberhaupt gewählt zu werden – 168 bekam er.

Nach der gescheiterten Präsidentenkür steht Griechenland vor Neuwahlen. Spätestens Anfang Februar müssen die Griechen ein neues Parlament wählen. Der Urnengang könnte zu einer folgenschweren Weichenstellung für das Land werden – wenn nämlich in Athen das Bündnis der radikalen Linken (Syriza) an die Macht kommt. Syriza-Chef Alexis Tsipras will den Sparkurs beenden, die Reformpolitik zurückdrehen und den größten Teil der Staatsschulden streichen.

Griechenland schien aus dem Gröbsten heraus zu sein. Die Haushaltskonsolidierung trägt Früchte. Die Reformen haben das Land wettbewerbsfähiger gemacht. Nach sechs Jahren Rezession wächst die Wirtschaft wieder. Aber nun steht alles wieder auf dem Spiel. Dem Land droht ein Rückfall in die Krise, mit möglicherweise schlimmeren Folgen als beim ersten Mal.

Die nächsten Wochen werden von Verunsicherung geprägt sein. Investoren werden abwarten, wohin das Land steuert. Anleger könnten Gelder abziehen. Es wäre kein Wunder, wenn selbst griechische Sparer nun ihre Konten plündern, um die Euro-Ersparnisse erst einmal in Sicherheit zu bringen, und sei es unter der Matratze. Für die griechische Wirtschaft ist der bevorstehende Wahlkampf Gift. Das spüren die griechischen Hoteliers bereits: Wegen der politischen Ungewissheit sind die Buchungen für das kommende Jahr in den vergangenen Wochen stark eingebrochen.

Was nach den Wahlen kommt, könnte allerdings noch schlimmer werden. Die Meinungsumfragen lassen einen Wahlsieg des radikal-linken Bündnisses Syriza erwarten. Syriza ist eigentlich gar keine Partei, sondern ein Sammelbecken von rund einem Dutzend Gruppierungen. Das Spektrum reicht von Linkssozialisten über Trotzkisten, Marxisten, Maoisten und Altkommunisten bis hin zu Extremisten, die Gewalt als ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung betrachten. Der linksextremistische Syriza-Flügel, der etwa ein Drittel des Bündnisses repräsentiert, propagiert offen den Abschied vom Euro sowie den Austritt Griechenlands aus EU und Nato.

Und was sagt Syriza-Chef Alexis Tsipras? Je näher der Wahltermin rückt, desto verschwommener werden die Auskünfte über seine politischen Pläne. Mal will Tsipras die Kreditverträge mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) „zerreißen“, dann spricht er von „Verhandlungen“. Zugleich kündigt der Syriza-Fraktionschef einen einseitigen Schuldenschnitt an, was eine Insolvenz des griechischen Staates bedeuten würde.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

29.12.2014, 13:30 Uhr

In Griechenland stehen Neuwahlen an – und die Unsicherheit kehrt zurück. Investoren werden abwarten, Anleger könnten Gelder abziehen. Es droht ein Sieg des radikal-linken Bündnisses Syriza, das mit kruden Ideen wirbt.

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Die Gesamte " EU " steht vor der Wahl........

entweder DIREKTE DEMOKRATIE einzuführen...

für in alle der EU zutreffende Entscheidungen...

oder die EU löst sich von selber auf !!!!!

Letzteres wäre Katastrophal für die EU.

Und wenn 2015 zwei EU-Mitgliedsstaaten

aus der EU aussteigen...

dann hat die EU eine der nicht mehr gerade zu biegende

Finanzielles Desaster und man spricht und schreibt dann von...

" EU-FINANZ-DESASTER und nicht mehr EU-Finanzkrise ! "




Herr Bernd Meyer

29.12.2014, 13:37 Uhr

Endlich ist es soweit, dass die schwachen Euroländer aussteigen müssen. Leider wird es bei uns noch ein wenig länger dauern. Erst wenn alle Wirtschaftsflüchtlinge in Deutschland ihr eigenes Haus haben und wir Griechenland die Reparationsforderungen überwiesen haben, wird man uns endlich auch dahin gebracht haben, den Euro verlassen zu müssen. Unsere Regierung und die USA werden dies schon schaffen.

Trotzdem wünsche ich allen einen guten Jahresbeginn.

Frau Ute Umlauf

29.12.2014, 13:38 Uhr

Hoffentlich kommen die Linken an die Macht. Dann ist der € für die "Fleißigen" Geschichte.
Ihre Drachme können sie dann hoch u. runter jubeln ... bis zum finalen Exodus.
Allerdings ist das Steuergeld der 16 Millionen deutschen Niedriglöhner verloren ... dank US Botschafterin Merkel.

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