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16.02.2004

06:45 Uhr

Lufthansa

Kommentar: Attacke

Wer ein günstiges Flugticket ab Deutschland zur Sonneninsel Mallorca sucht, hat derzeit die freie Auswahl: Air Berlin, Hapag-Lloyd, Thomas Cook Airlines, Germanwings, HLX und neuerdings Easyjet locken Fluggäste mit Preisen, die früher undenkbar schienen.

Wer ein günstiges Flugticket ab Deutschland zur Sonneninsel Mallorca sucht, hat derzeit die freie Auswahl: Air Berlin, Hapag-Lloyd, Thomas Cook Airlines, Germanwings, HLX und neuerdings Easyjet locken Fluggäste mit Preisen, die früher undenkbar schienen. Sogar Lufthansa beginnt, im Billigpoker mitzuspielen: Sie bietet den Flug auf die Balearen von Düsseldorf aus ab 49 Euro an – „ein Pilotprojekt“, wie der Flughafen Düsseldorf stolz ankündigte.

Hinter dem Projekt steckt ein radikales Umdenken bei der Lufthansa. Die „Pingpong-Flieger“, über die Ex-Vorstandschef Weber einst lästerte, drohen dem Europageschäft der Kranich-Linie herbe Einbußen zu bescheren. Der neue Konzernlenker Mayrhuber kommt nicht mehr umhin, Billig-Airlines wie Easyjet als gefährliche Gegner einzustufen, auf deren ungezügelte Expansion eine Reaktion folgen muss. Die 49-Euro-Offerte der Lufthansa in der Nachbarschaft der neuen Easyjet-Basis Dortmund gehört dazu.

Das Problem der Lufthansa ist, dass sie auf der Kostenseite ein derart niedriges Tarifniveau bei Flügen nicht annähernd darstellen kann. Zwar will Mayrhuber in den nächsten beiden Jahren die Kosten um 1,2 Mrd. Euro senken, um auf gleicher Augenhöhe gegen Easyjet & Co. antreten zu können. Vorerst jedoch steht die Operation Attacke, die der Konzernchef anführt, auf wenig solidem Fundament. Schon in den Verhandlungen mit Reisebüros, denen Lufthansa keine Provision mehr zahlen will, stößt er auf heftigen Widerstand. In Gesprächen mit Piloten, Pursern und anderem Personal benötigen die Vorstände mehr diplomatisches Geschick. Der Strukturwandel der Lufthansa ist Verhandlungssache. Es dürften ungemütliche Wochen werden – für alle Beteiligten.

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