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07.01.2015

14:50 Uhr

MeinFernbus und Flixbus fusionieren

Ein Konkurrentchen für die Deutsche Bahn

VonLisa Hegemann

Mit dem Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus entsteht erstmals ein dominierender Anbieter auf dem Fernbusmarkt. Die Deutsche Bahn muss sich deshalb keine Sorgen machen. Noch nicht. Ein Kommentar.

MeinFernbus und Flixbus fusionieren. Die Deutsche Bahn muss sich deshalb keine Sorgen machen. Noch nicht. dpa

MeinFernbus und Flixbus fusionieren. Die Deutsche Bahn muss sich deshalb keine Sorgen machen. Noch nicht.

Der Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus kommt nicht überraschend. Nachdem vor zwei Jahren der Startschuss für die Fernbusse gefallen war, hat sich der Markt zuletzt selbst bereinigt: Zuerst meldete DeinBus Insolvenz an, wenig später verkündete der ADAC seinen Rückzug aus dem Fernbusmarkt. Selbst auf der Schiene hatte die Öffnung Folgen, sowohl der französische Anbieter Veolia als auch der Hamburg-Köln-Express, besser bekannt als HKX, stellten ihren Betrieb auf der Fernstrecke ein beziehungsweise reduzierten ihn. Die Fusion der beiden größten Fernbusanbieter ist da nur eine logische Konsequenz.

Doch wie erfolgreich der Zusammenschluss sein wird, muss sich noch zeigen. Zwar werden MeinFernbus und Flixbus künftig fast die Hälfte des Fernbusmarktes ausmachen. Der ist vergleichsweise allerdings immer noch klein. Trotz einer Verdreifachung der Fahrgäste auf 8,2 Millionen (Zahlen von 2013) kommen die Fernbusse noch lange nicht an die Deutsche Bahn heran, die allein 2013 rund 2,2 Milliarden Personen beförderte. Noch sind die Fernbusse also eher ein Konkurrentchen als ein ernstzunehmender Wettbewerber für den Platzhirsch.

Der Zusammenschluss wird sich auch auf die Preise auswirken. Bisher haben sich die Fernbusanbieter gegenseitig unterboten, wenn es darum ging, den Kunden von A nach B zu befördern. Durch die neue Konzentration auf dem Markt dürften MeinFernbus und Flixbus nun aber mehr Einfluss auf die Ticketpreise haben. Kurzfristig mag das Unternehmen diese zwar senken, langfristig ist jedoch mit einer Preiserhöhung zu rechnen. Je nachdem, wie hoch diese ausfällt, werden die Fernbuspreise sich möglicherweise schon bald nicht mehr allzu stark von den Bahnpreisen unterscheiden.

Ob die Fernbusse für die Fahrgäste dann noch attraktiv sind, ist unwahrscheinlich – zumal die Deutsche Bahn aufrüstet. Nicht nur mit ihrem – zugegebenermaßen noch eher unbekannten – IC Bus, sondern auch mit dem Versprechen auf kostenloses WLAN im Fernverkehr.

Trotzdem ist der Zusammenschluss ein gutes Signal. Durch die Fusion bildet sich allerdings zum ersten Mal ein echtes Gegengewicht zum Monopol der Bahn. Und bis 2016, bis auch die letzten Fernzüge freien Internetzugang anbieten sollen, wird der Markt für Fernbusanbieter voraussichtlich noch deutlich wachsen. Dann wird sich herausstellen, ob man weiter von einem Konkurrentchen oder doch von einem Konkurrent reden sollte.

Lisa Hegemann arbeitet für das Unternehmensressort von Handelsblatt Online.

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