Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2005

07:07 Uhr

Navigator

„Big Brother“ ist nicht genug

VonHans-Peter Siebenhaar

TV-Produzent John de Mol hätte längst ein Denkmal in Grünwald verdient: RTL 2, in dem noblen Münchener Vorort zu Hause, hat mit der von de Mol erfundenen Container-Show „Big Brother“ richtig Kasse gemacht.

TV-Produzent John de Mol hätte längst ein Denkmal in Grünwald verdient: RTL 2, in dem noblen Münchener Vorort zu Hause, hat mit der von de Mol erfundenen Container-Show "Big Brother" richtig Kasse gemacht: Lag der Gewinn vor Steuern vor vier Jahren noch bei 35,1 Mill. Euro, waren es 2002 bereits 50,2 Mill. Euro. Im vergangenen Jahr, so berichten Kenner, sollen es 67 Mill. Euro geworden sein. Doch "Big Brother" allein reicht auf Dauer nicht, um satte Gewinne einzufahren und die Quote nach oben zu schrauben. Die Gesellschafter setzen daher Senderchef Josef Andorfer die Pistole auf die Brust. Aus Sicht des Filmhändlers Herbert Kloiber und des RTL-Chefs Gerhard Zeiler hat RTL 2 einen Berg von Problemen: Die enttäuschende Quote, die schlechte Vermarktung und das ausgelutschte Programm.

Der kämpferische Andorfer hatte zuletzt auf einer turbulenten Gesellschafterversammlung eine herbe Schlappe eingesteckt: Sein Budget für 2005 wurde von Kloiber und Zeiler abgelehnt. Nun muss sich der eigenwillige Österreicher auf den Hosenboden setzen, den Bleistift spitzen und RTL 2 neu erfinden.

Dass der stärkste Druck ausgerechnet vom Gesellschafter Kloiber kommt, ist nicht überraschend: Er muss sein sündhaft teures Filmpaket von Warner Bros. verkaufen. 200 Mill. Dollar hatte er in Hollywood für Filme und Serien bezahlt. Während sich aber RTL die quotenbringenden Rosinen herauspicken darf, sollen für RTL 2 nur die Krümel bleiben. Darauf will sich Andorfer aber nicht einlassen. Er muss auf das Wohl aller Gesellschafter bedacht sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×