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20.01.2005

07:00 Uhr

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Eichel fördert Microsoft

VonTorsten J. Gerpott (Professor an der Uni Duisburg)

Das Eichel-Ministerium will den Wandel Deutschlands zur Informationsgesellschaft vorantreiben: Seit dem Jahreswechsel akzeptiert es Voranmeldungen zur Umsatz- und Lohnsteuer von Unternehmern nur noch per Internet.

Hierzu stellen die Geldeintreiber gar kostenlos eine Software mit dem possierlichen Namen "Elster" bereit. Das Sicherheitsniveau dieses diebischen Vogels wird von Experten als niedrig eingestuft. Die neue Prozedur schließt nämlich nicht aus, dass "humorvolle" Zeitgenossen unter der Steuernummer irgendeines Unternehmens Daten an Finanzämter senden.

Viel ärgerlicher ist jedoch, dass das Programm der Behörden nur im Zusammenspiel mit dem Betriebssystem Windows funktioniert. Unternehmer, die sich dem Quasimonopol von Microsoft bei PC-Betriebssystemen nicht beugen wollen und mit Linux- oder Apple-Systemen arbeiten, werden benachteiligt: Sie müssen in Soft- und Hardware investieren, um den Anforderungen der Finanzbehörden gerecht zu werden. Microsoft kann sich für diese Unterstützung nur bedanken.

Aus Sicht des Steuerzahlers ist die Bevorzugung einer Softwarefirma wegen ihrer wettbewerbsverzerrenden Effekte und ihrer Ignoranz von Unternehmern, die Windows nicht einsetzen wollen, unakzeptabel. Das Finanzministerium muss die einseitige Ausrichtung des Elster-Moduls deshalb schleunigst abstellen.

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