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05.01.2005

07:00 Uhr

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Fluch des „24“-Erfolgs

VonThomas Knüwer

Heute Abend kurz nach zehn Uhr startet die dritte Staffel einer Serie, die süchtig macht, wie kaum eine andere - und die der TV-Branche gerade deshalb riesige Probleme bereitet.

"24" heißt sie und schildert in den 24 Folgen jeder Staffel einen Tag - und somit einen Fall - des Terrorbekämpfers Jack Bauer. Im Frühjahr bekam "24" den Golden Globe, und gilt bei Fans als spannendster Krimi aller Zeiten. Doch die Quoten werden bröckeln, nicht mal zwei Millionen Zuschauer werden am Ende bleiben - obwohl niemand ein negatives Wort über die Qualität verlieren wird.

Denn "24" ist die Emanzipation der Produktion vom Medium: Tempo und Suchtfaktor machen Werbeunterbrechungen und die tagelange Pause zwischen den Folgen zur Qual. Ergebnis: Die Zuschauer kaufen lieber die DVD-Edition.

Und so ist "24" die erste Serie, die kalkuliert die Rechtevermarktung umdreht: Nicht mehr DVD, um vom TV-Erfolg zu profitieren, sondern das Fernsehen als Appetithappen, um Zuschauern den Kauf des werbefreien Produktes schmackhaft zu machen. Macht das Schule, stehen die Sender vor einem Problem: Fallende Quoten verlangen eine Anpassung der Werbepreise und verärgern selbst dann noch die Werbekunden. Dank günstiger DVD und Festplattenrekorder sinkt aber die Hemmschwelle, sich vom Diktat der Sendezeiten - und damit von Werbeeinblendungen - zu verabschieden.

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