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16.01.2008

17:35 Uhr

Oracle-Chef Larry Ellison ist nicht zu bremsen. Nachdem er sich im vergangenen Jahr sieben Softwareanbieter geangelt hat, darunter so milliardenschwere Brocken wie Hyperion, folgt jetzt der nächste Coup. Für über acht Milliarden holt sich der Software-Manager das US-Unternehmen BEA.

Doch der jüngste Kauf könnte sich als echter Husarenritt entpuppen. Zwar geht es bei BEA um Software, mit der Unternehmen ihre bunt gemischte IT-Welt konsolidieren und integrieren können, einen Wachstumsmarkt also. Dennoch dürfte es schwerfallen, Analysten und Investoren von der Richtigkeit dieses nicht gerade günstigen Zukaufs zu überzeugen.

Der gebremste Jubel der Börse ist verständlich. Da ist vor allem das Produktportfolio. Es überlappt sich massiv. Dass Ellison dennoch zuschlug, lässt nur eine Interpretation zu. Dominierte bei Kaufentscheidungen bislang der Wunsch, das eigene technologische Angebot zu ergänzen, Lücken zu schließen, geht es künftig schlicht und ergreifend nur noch um eines: um Marktanteile.

Das ist alarmierend, zeigt es doch, unter welchem Druck Ellison steht. Mit brachialer Gewalt will er die Führungsposition von SAP knacken. Doch die Gefahr ist groß, dass dieses Abenteuer kein gutes Ende nehmen wird. Der Kauf von reinen Marktanteilen hat in der Software-Industrie in der Vergangenheit nur ganz selten funktioniert. Die Kunden springen ab, ebenso die Top-Manager.

Für den deutschen Erzrivalen SAP ergibt sich daraus eine Chance: SAP kann die Unsicherheit der Kunden nutzen, um diese für sich zu gewinnen. SAP muss aber schnell reagieren. Denn nach den jüngsten Übernahmen der ebenfalls sehr kaufhungrigen IBM könnte die Marktmacht der beiden größten Anbieter im Integrationsgeschäft, Oracle und IBM, bald erdrückend werden.

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